18.06.2026
Weltweit: Religionsfreiheit - Staatliche Eingriffe erreichen Höchststand
Forscher dokumentierten Eingriffe in 175 Staaten
Washington (IDEA) – Religiös motivierte Anfeindungen haben weltweit zugenommen und staatliche Eingriffe in religiöse Aktivitäten ihren Höchststand erreicht. Das geht aus dem jüngsten Jahresbericht des Pew Research Centers (Washington/USA) hervor, der die Lage in 198 Ländern und Territorien für das Jahr 2023 untersuchte. Die Zahl der Staaten mit hohen oder sehr hohen sozialen Feindseligkeiten gegenüber Religionsgemeinschaften stieg demnach von 45 auf 55 Staaten an. Als wesentliche Ursachen nannten die Forscher Belästigung religiöser Minderheiten sowie die Folgen des Krieges zwischen Israel und der Hamas nach dem Angriff vom 7. Oktober 2023. Besonders betroffen seien Muslime, Juden und Zeugen Jehovas. In Spanien, Norwegen, Belgien und Schweden verschlechterte sich die Lage deutlich. Auch in Russland registrierte der Bericht einen Anstieg religiös motivierter Gewalt gegen Juden und Muslime.
Höchststand bei Eingriffen in Gottesdienste
Parallel dazu verschärften Regierungen weltweit ihre Eingriffe in religiöse Aktivitäten. In 185 der untersuchten Länder schikanierten oder überwachten Behörden Religionsgemeinschaften. Eingriffe in Gottesdienste und religiöse Versammlungen dokumentierten die Forscher in 175 Staaten – ein Höchststand seit Beginn der Erhebung 2007. Unter den bevölkerungsreichsten Ländern bestehen in China, im Iran, in Indonesien, Ägypten und Russland die stärksten staatlichen Beschränkungen. Überdies werden Afghanistan, Syrien und Usbekistan zu den Ländern gezählt, bei denen es die meisten staatlichen Einschränkungen gibt. Die geringsten Eingriffe gab es in Südafrika, den USA, in Japan, den Philippinen und Großbritannien. Bei den gesellschaftlichen Spannungen lagen Nigeria, Indien, Israel, Syrien, Bangladesch und Pakistan an der Spitze. In mehreren dieser Staaten seien religiöse Minderheiten, darunter christliche Gemeinschaften, regelmäßig Diskriminierungen und Übergriffen ausgesetzt.
Keine Rangliste religiöser Verfolgung
Pew betont, dass die Untersuchung keine Rangliste religiöser Verfolgung erstelle. Erfasst würden sowohl staatliche Einschränkungen als auch gesellschaftliche Feindseligkeiten gegen sämtliche Religionsgemeinschaften. Grundlage sind nach eigenen Angaben Indizes, die sich durch öffentlich zugängliche und häufig zitierte Informationsquellen zusammenstellen. Dazu zählt das Research Center Veröffentlichungen des US-Außenministeriums, der US-Kommission für internationale Religionsfreiheit, der Vereinten Nationen sowie mehrerer Nichtregierungsorganisationen wie „International Crisis Group“, „Freedom House“, „Amnesty International“ und „Human Rights Watch“.