19.06.2026
Islamische Welt: Wie EKKIOS christliche Gruppen vernetzt
Bischof Yassir Eric: Kirchliche Strukturen aufbauen
Schwäbisch Gmünd (IDEA) – Christen mit muslimischem Hintergrund brauchen eine geistliche Heimat und tragfähige kirchliche Strukturen. Das hat der Leiter der Bewegung EKKIOS, der anglikanische Bischof Yassir Eric (Korntal-Münchingen), bei deren Jahresfest am 14. Juni im christlichen Gästezentrum „Schönblick“ in Schwäbisch Gmünd betont. Wie er der Evangelischen Nachrichtenagentur IDEA mitteilte, kamen rund 500 Besucher zu der Veranstaltung. Der Name EKKIOS leite sich aus dem Griechischen ab, dabei stehe „EKK“ für Ekklesia (Kirche, Gemeinde) und „IOS“ für Kyrios (Herr), so Eric. Um Christen mit muslimischem Hintergrund eine geistliche Heimat zu ermöglichen, baue EKKIOS in diesen Ländern kirchliche Strukturen auf und vernetze christliche Gruppen, Hauskirchen und Kontakte vor Ort miteinander. EKKIOS verstehe sich als nichtgeografische anglikanische Diözese, die Gemeinden gründe und Pastoren ordiniere – unabhängig von geografischen Grenzen. Regionale Schwerpunkte lägen in Nordafrika, auf der Arabischen Halbinsel, in Asien und Westafrika. Manche der Gemeinden dort könnten sichtbar als solche nach außen treten, andere jedoch nur als Hauskirche oder Untergrundgemeinde existieren. Eric zufolge ist die Form flexibel, der Inhalt jedoch nicht. Kirchliche Gemeinschaft sei immer „ein Ort der Zugehörigkeit, der Anbetung, der Jüngerschaft und des gemeinsamen Lebens in Christus“, so Eric. EKKIOS produziere zudem Lehrprogramme, Filme und kreative Erzählformate. Solche Medien seien gerade für Untergrundgemeinden von großer Bedeutung.
Prof. Werner: Immer mehr Muslime wenden sich dem Christentum zu
Der Theologe und Sprachwissenschaftler Prof. Roland Werner (Marburg) berichtete, dass sich immer mehr Muslime zum christlichen Glauben bekehrten. Dies sei eine neue Dynamik, die sich in den letzten Jahren, in manchen Regionen sogar seit Jahrzehnten verstärkt habe. „Hunderte, Tausende, Zehntausende“ kämen so zum christlichen Glauben. Dies geschehe in Nordafrika, im Iran, in Saudi-Arabien, Syrien, aber auch hier in Deutschland. Drei Faktoren tauchten laut einer Untersuchung, auf die sich Werner bezog, immer wieder in den Bekehrungsgeschichten auf. Dazu zählten übernatürliche Ereignisse, wie eine Begegnung mit Jesus in einem Traum oder einer Vision sowie Heilungen oder Gebetserhörungen. Zudem berichteten Menschen, dass sie Zugang zur Bibel bekämen. Wichtig sei auch die Begegnung mit einem Christen oder einer christlichen Gemeinschaft, in der sie freundliche Aufnahme erführen. Den Abschluss des Jahresfestes habe die Premiere des von EKKIOS produzierten Films „Matchstick“ gebildet. Darin würden Geschichten christlicher Hoffnung inmitten von Krieg und Leid im Nahen Osten erzählt. Das nächste Jahresfest von EKKIOS ist für den 6. Juni 2027 im Gästezentrum „Schönblick“ geplant. EKKIOS hat seinen Hauptsitz in Frankfurt am Main und wurde 2024 gegründet. Die Bewegung beschäftigt rund 20 Mitarbeiter.