20.06.2026
Weltflüchtlingstag: Diakonie und Brot für die Welt fordern besseren Schutz
Kirchliche Hilfswerke warnen vor globalen Rückschritten beim Flüchtlingsschutz. Sie appellieren an die Bundesregierung, die Verantwortung nicht auf Länder des Globalen Südens abzuwälzen.
Zum Weltflüchtlingstag am 20. Juni und dem 75. Jahrestag der Genfer Flüchtlingskonvention haben Diakonie Deutschland, Brot für die Welt und die Diakonie Katastrophenhilfe ihre Sorge über den Zustand des weltweiten Flüchtlingsschutzes geäußert. In einer gemeinsamen Pressemitteilung vom 19. Juni 2026 warnen sie vor zunehmendem politischen und gesellschaftlichen Druck – sowohl international als auch in Deutschland.
Diakonie-Präsident Rüdiger Schuch sieht in Europa und Deutschland Rückschritte – zum Beispiel die Verschärfungen im europäischen Asylsystem, Zurückweisungen an Binnengrenzen, Einschränkungen beim Familiennachzug sowie Kürzungen bei Integrationskursen und in der Asylverfahrensberatung. Die Diakonie werbe für einen Flüchtlingsschutz, „der auf Solidarität sowie Grund- und Menschenrechten basiert.“ Es müsse sichere Einreisewege, faire Verfahren und bessere Teilhabe geben. „Wir sind überzeugt: Flüchtlingsschutz, der auf Solidarität sowie Grund- und Menschenrechten basiert, stärkt uns als Gesellschaft insgesamt“, so Schuch.
Auch international sehen die Hilfswerke eine bedrohliche Entwicklung. Dagmar Pruin (Präsidentin Brot für die Welt und Diakonie Katastrophenhilfe) berichtet von wachsendem Druck auf Partnerorganisationen in Flüchtlingscamps. Dazu breche die politische und gesellschaftliche Unterstützung für den Flüchtlingsschutz ein, ebenso wie dessen Finanzierung. Deutschland müsse sich klar zum globalen Flüchtlingsschutz bekennen und Verantwortung nicht weiter auf Staaten des Globalen Südens abwälzen.
Diakonie und Brot für die Welt zählen zu den mehr als 270 Organisationen, die das Memorandum „Es geht auch anders!“ für einen stärkeren globalen Flüchtlingsschutz unterzeichnet haben.