03.03.2026

Deutschland: Nach Tod eines jungen Christen

Täter zu Bewährungsstrafe verurteilt - Filipp Sergejev aus Meinerzhagen starb nach einem Streit im Februar 2024

Meinerzhagen (IDEA) – Der Fall sorgte deutschlandweit für Schlagzeilen: Als der junge Christ Filipp Sergejev (16) aus Meinererzhagen im Sauerland Ende Januar 2024 einen Streit zwischen zwei Gruppen von Jugendlichen schlichten wollte, wurde er verletzt, fiel ins Koma und starb zwei Wochen später im Krankenhaus. Jetzt wurde ein damals ebenfalls 16-jähriger Jugendlicher vom Landgericht Hagen für die Tat verurteilt. Wie der Pressesprecher des Gerichts, der Richter Daniel Krabs, gegenüber der Evangelischen Nachrichtenagentur IDEA bestätigte, wurde der junge Mann unter Ausschluss der Öffentlichkeit zu einer Jugendstrafe von einem Jahr verurteilt, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Die Bewährungsauflagen sehen unter anderem die Ableistung von 80 Sozialstunden vor. Weitere Angaben über das Verfahren machte er nicht. Medienberichten zufolge soll der Täter jedoch wegen Körperverletzung mit Todesfolge in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung verurteilt worden sein.

Trauerfeier: Vater vergibt dem Täter

Bereits vor dem Gerichtverfahrungen war bekanntgeworden, dass Filipp nicht infolge der Schläge gestorben war, sondern ein geplatztes Aneurysma (Ausbuchtung einer Arterie) die Todesursache war. Bei der Trauerfeier am 13. Februar 2024 im Gemeindezentrum der Evangeliumschristen-Baptisten-Gemeinde in Meinerzhagen hatte sich Vater Alexander (damals 64) vor den rund 800 Besuchern an den damals noch unbekannten Täter gewandt: „Auch wenn er nicht da ist: Wir vergeben diesem Menschen.“ Er sei sicher, dass er seinen Sohn einmal im Himmel wiedertreffen werde.

Halt durch Baptistengemeinde

Bei der Trauerfeier berichtete Filipps Schwager Artur, dass Filipp gerne kochte, malte und Gitarre spielen lernte. Doch er habe in Deutschland nie Anschluss gefunden. Seine christliche Gemeinde habe ihm Halt gegeben. Der Pastor der Gemeinde, Georg Zimmermann, sagte in seiner Ansprache, Filipp sei an der Sekundarschule, die er besuchte, Opfer von Mobbing geworden. Es gebe Videos, die zeigten, wie er angegriffen wurde und andere Schüler „Hau ihn tot!“ riefen. An der Schule gebe es immer wieder Fälle von Mobbing.

Aktivist: Viele Probleme mit Mobbing

Am Grab auf dem evangelischen Friedhof in Meinerzhagen sprach auf Wunsch der Familie der Anti-Mobbing-Aktivist Carsten Stahl (Berlin). Er sagte, Mitschüler von Filipp hätten ihm berichtet, dass es viele Probleme an der Schule gebe. Dort bedrohten Jungs, die an der tödlichen Schlägerei beteiligt waren, andere Schüler. Weiter sagte Stahl: „An die Gesellschaft und alle Verantwortlichen: Wie viele Kinder müssen noch sterben, bis sie verstehen, dass sie handeln müssen?“