10.03.2026

Deutschland: Farbanschlag auf „Pro Femina“-Beratungsstelle

Heidelberg: Bekenntnisschreiben legen weibliche Täter nahe

Heidelberg (IDEA) – Aktivisten haben in der Nacht auf den 6. März einen Farbanschlag auf die Beratungsstelle der christlichen Beratungsorganisation „Pro Femina“ in Heidelberg verübt. Das teilte der Vorstandsvorsitzende von „Pro Femina“ und Leiter von „1000plus“, Kristijan Aufiero (München), mit. Die Täter warfen Farbbeutel auf die Außenfassade und beschmierten einige Wände. Zu lesen war unter anderem die Parole „Nieder mit dem Patriarchat“. Dass es sich bei den Tätern um Frauen handelt, legen Aufiero zufolge Bekennerschreiben nahe, die in der Nachbarschaft in die Briefkästen geworfen wurden. Darin heißt es, dass Pro Femina die Selbstbestimmung von Frauen eingrenze. Außerdem zeigten die Täter Solidarität mit „Genossinnen in Berlin und München“. Aufiero zeigte sich entsetzt: „In noch nie dagewesenem Ausmaß wurde unsere Einrichtung nun beschädigt.“ Dass die Täter glaubten, das sogenannte Patriarchat mit einem Anschlag auf eine Frauenhilfsorganisation zu bekämpfen, zeige, dass sie schlicht keine Ahnung von der Arbeit von Pro Femina haben. Auf die Beratungsstelle kam es in der Vergangenheit immer wieder zu Anschlägen, zuletzt im Januar 2025. Vor diesem Hintergrund zeigte sich Aufiero enttäuscht über fehlende Reaktionen seitens der Behörden oder der Politik: „Obwohl wir nun schon mehrfach Angriffen aus demselben Täterspektrum ausgesetzt waren und Medien darüber teils ausführlich berichteten, ignorieren die Stadt Heidelberg und das Land Baden-Württemberg die gegen uns gerichtete linksextreme Gewalt.“ Bis heute habe sich kein Vertreter aus der Politik zu diesen Anschlägen auf unsere Frauenhilfsorganisation auch nur geäußert, so der Lebensrechtler. Pro Femina schätzt den Sachschaden auf mindestens 25.000 Euro. Die Organisation beschäftigt in seinen drei Beratungsstellen in Heidelberg, München und Berlin insgesamt rund 70 Beraterinnen. Sie beraten rund 5.200 Schwangere pro Jahr. Die Organisation bietet außerdem eine digitale Beratung im Internet an, die pro Jahr von über 220.000 Frauen genutzt wird.