11.03.2026
Irak: Iranische Angriffe im Irak treffen auch christliche Einrichtungen
Missio Aachen: Drohnen zerstörten Gebäude einer chaldäisch-katholischen Pfarrei
Aachen/Erbil (IDEA) – Durch iranische Angriffe auf Ziele im nordöstlichen Teil des Iraks ist auch die christliche Minderheit des Landes in Mitleidenschaft gezogen. Das berichtet das katholische Hilfswerk missio Aachen unter Berufung auf lokale Partner. Besonders betroffen ist die mehrheitlich christlich geprägte Stadt Ankawa nahe dem Flughafen Erbil im kurdischen Autonomiegebiet. Dort schlugen iranische Drohnen auf dem Gelände der chaldäisch-katholischen Pfarrei St. Peter und Paul ein und zerstörten mehrere Einrichtungen. Zum Hintergrund: Am 28. Februar starteten Israel und die USA einen Überraschungsangriff gegen den Iran. Als Reaktion darauf griff der Iran US-Militärbasen in mehreren Ländern der Region an. Laut dem lokalen missio-Partner sind auch die militärischen Stützpunkte der USA sowie das US-Konsulat unweit von Ankawa Ziele der iranischen Drohnen und Raketen. Darüber hinaus berichten die Partner von Schäden an Anlagen zur Ölförderung und -verarbeitung sowie an Gasfeldern im kurdischen Autonomiegebiet und der Region um Dohuk. Zudem sei von dort die Ölausfuhr in Richtung Türkei gestoppt worden. Dies alles wirke sich bereits auf die Stromversorgung in der Region aus. Zugleich wachse die Sorge vor einer wirtschaftlichen Krise. Der Pressesprecher von missio Aachen, Johannes Seibel, erläuterte dazu: „Der Irak möchte nicht in diesen Krieg hineingezogen werden. Bislang sind auch noch keine Fluchtbewegungen wie im Libanon zu beobachten.“ Sollten jedoch kurdische Einheiten in die Kämpfe verwickelt werden oder Menschen aus dem Iran in den mehrheitlich schiitischen Süden des Iraks fliehen, könnte sich die Lage weiter zuspitzen. „Hier hoffen wir auf äußerste Zurückhaltung der kriegführenden Parteien“, so Seibel.