12.03.2026

Venezuela: Verstöße gegen die Religions- und Weltanschauungsfreiheit

Christian Solidarity Worldwide: Andersdenkende werden diskriminiert und inhaftiert

London (IDEA) – Auch nach der Gefangennahme des früheren Präsidenten von Venezuela, Nicolas Maduro, bei einem US-Militäreinsatz am 3. Januar verstößt das Land weiter gegen die Religions- und Weltanschauungsfreiheit. Das teilte das britische Hilfswerk CSW (ehemals Christian Solidarity Worldwide/Christliche Solidarität weltweit) in einem Bericht vom 9. März mit. Er hat den Titel „Selbstzensur und soziale Kontrolle: Die Lage der Religions- und Weltanschauungsfreiheit in Venezuela“. Wie es darin heißt, gibt sich die neue Regierung unter Interimspräsidentin Delcy Rodríguez als Hüterin der Religions- und Weltanschauungsfreiheit. Sie habe zahlreiche religiöse Förderprogramme eingerichtet. Doch Andersdenkende würden diskriminiert, mit Gewalt bedroht, willkürlich inhaftiert oder ihrer Rechte beraubt. Die Direktorin des CSW-Amerika-Teams, Anna Lee Stangl, erklärte, dass die regierende Vereinigte Sozialistische Partei weiterhin verantwortlich für weit verbreitete Menschenrechtsverletzungen sei – ob mit oder ohne Maduro an der Spitze. Dazu gehöre die Verfolgung religiöser Führer, die systematische Unterdrückung der unabhängigen Zivilgesellschaft und sogar Massaker und die Vertreibungen indigener Gruppen. Die internationale Gemeinschaft müsse sicherstellen, dass es im Land „messbare Verbesserungen beim Schutz der Religions- und Glaubensfreiheit“ gebe.

Ständige Überwachung – Spitzel in Kirchen

Wie es in dem Bericht weiter heißt, stehen alle religiösen Führer – selbst jene, die von staatlichen Programmen profitieren – unter ständiger Überwachung. Regierungsspitzel in den Kirchen seien keine Seltenheit. Religiöse Führer, die vermeintlich das „Falsche“ gesagt haben, würden als Verräter behandelt und in manchen Fällen von illegalen, vom Regime unterstützten bewaffneten Gruppen angegriffen. Die Folge sei, dass Geistliche in öffentlichen Aktivitäten wie Gebeten und Predigten, aber auch in privaten oder informellen Treffen Selbstzensur übten – aus Sorge, von einem Regierungsspitzel belauscht zu werden. Von den rund 31 Millionen Einwohnern Venezuelas sind 48 Prozent katholisch und 31 Prozent evangelisch; unter ihnen bilden Pfingstkirchler die größte Gruppe. 14 Prozent sind konfessionslos, sieben Prozent gehören sonstigen Religionsgemeinschaften an.