19.03.2026

Nahost: Wieder Streumunition eingesetzt

Fünf Tote durch iranische Raketen

Erneut sterben Menschen durch Angriffe aus dem Iran. Erstmals sind Palästinenser im Westjordanland betroffen, darunter eine Schwangere. Indes steigen die Sorgen vor einer weiteren Eskalation in Nahost.

Von Israelnetz/ 19. März 2026  JERUSALEM (inn) – Bei den Raketenangriffen des Iran am Mittwoch sind vier Palästinenserinnen nahe Hebron getötet worden. Zudem kam ein Gastarbeiter in Zentralisrael bei einem Einschlag ums Leben. In beiden Fällen trugen die Geschosse nach ersten Erkenntnissen Streumunition.

Offiziellen Angaben zufolge handelt es sich bei drei der getöteten Palästinenserinnen um Mais Masalmeh (17), Amal Masalmeh (36), und Sahira Masalmeh (50). Sie wohnten in der Ortschaft Beit Awwa westlich von Hebron. Zum Zeitpunkt des Angriffes waren sie mit Speisevorbereitungen für das Fastenbrechen befasst. Zu den genauen Verwandtschaftsverhältnissen wurde zunächst nichts bekannt.

Am Donnerstag erlag zudem die 32-jährige Asil Masalmeh ihren Verletzungen infolge des Treffers. Sie war im sechsten Monat schwanger. Bei den Palästinenserinnen handelt es sich um die ersten palästinensischen Todesopfer im aktuellen Krieg im Westjordanland.

Der 30-jährige Gastarbeiter wurde von Trümmern in Adanim getroffen, einem Moschav nordöstlich von Tel Aviv. Zu seiner Herkunft gab es zunächst keine offiziellen Angaben; unbestätigten Berichten zufolge stammte er aus Thailand.

Das Gesundheitsministerium meldete am Donnerstagmorgen, dass in den 24 Stunden zuvor 177 Menschen im Zusammenhang mit dem Kriegsgeschehen in Kliniken eingeliefert wurden. Eine Person wurde wegen Angstzuständen behandelt.

Am Donnerstag setzten sowohl der Iran wie auch die Hisbollah ihren Beschuss auf Israel fort. Die Angriffe in mehreren Wellen lösten regelmäßig Raketenalarm aus. Ein Geschoss der Hisbollah aus dem Südlibanon erreichte sogar die Region um den Gazastreifen.

Trump: Angriff auf Gasfeld nicht abgestimmt

Unterdessen wächst die Sorge vor einer weiteren Eskalation in Nahost. Israel griff am Mittwoch iranische Gasanlagen im Süden des Landes an. Der Iran erwiderte dies mit dem Beschuss von Öl- und Gasanlagen in Katar, Kuwait, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten.

US-Präsident Donald Trump (Republikaner) erklärte am Donnerstagmorgen, der israelische Angriff sei nicht abgestimmt gewesen. Israel habe „aus Wut wegen der Vorfälle in Nahost“ gehandelt. Weiter schrieb Trump in den Sozialen Medien, Israel werde keine derartigen Angriffe mehr durchführen. Sollte der Iran allerdings weiter Katar beschießen, würden die USA die iranischen Anlagen zerstören.

Am Donnerstagmorgen meldete Katar, dass die durch den iranischen Angriff verursachten Brände an der Gasanlage Ras Laffan unter Kontrolle seien. Es handelt sich um einen Umschlagplatz für Flüssiggas (LNG), das von dort per Schiff weitertransportiert wird. Katar liefert in normalen Zeiten 20 Prozent des weltweiten Bedarfs.

 

 

Arabische Liga verurteilt Beschuss

Der Iran führte die Angriffe auf die Region indes fort. So traf eine Drohne eine saudische Raffinerie in Janbu am Roten Meer, verursachte jedoch nur geringen Schaden. Janbu ist derzeit die einzige Exportstation für Rohöl aus den Golfstaaten. Zuvor waren zwei Drohnen in einer kuwaitischen Raffinerie eingeschlagen. Die Vereinigten Arabischen Emirate wehrten bis Mittwochmittag sieben Raketen und 15 Drohnen aus dem Iran ab.

Die Arabische Liga verurteilte die „bösartigen iranischen Angriffe“. Mit Blick auf den Beschuss der Gasanlage in Katar sprach Generalsekretär Ahmed Abul Gheit von einer „gefährlichen Eskalation“. Der Ägypter erklärte, die Arabische Liga unterstütze die betroffenen Golfstaaten in ihren Verteidigungsbemühungen.

Der Iran sucht indes die Nähe anderer Länder in der Region. Zu diesem Zweck telefonierte Außenminister Abbas Aragschi jeweils mit seinen Amtskollegen in Ägypten, Pakistan und der Türkei. Es gelte, den „destabilisierenden und ausgreifenden Handlungen“ Israels und der USA etwas entgegenzusetzen.