30.03.2026

China: Gemeindeleiter nach fünf Jahren Gefängnis freigelassen

Seine Gemeinde lehnt es ab, sich staatlich kontrollieren zu lassen

China (IDEA) – Der chinesische Gemeindeleiter Zhang Chunlei ist am 16. März nach fünfjähriger Haft freigelassen worden. Wie die christliche Hilfsorganisation „China Aid“ (China-Hilfe/Midland im US-Bundesstaat Texas) berichtet, ist Zhang durch die Zeit im Gefängnis körperlich gezeichnet. Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur IDEA hatten ihn als „Gefangenen des Monats Juli 2021“ benannt und zum Einsatz für ihn aufgerufen. Zhang erhielt die Strafe offiziell wegen „Anstiftung zur Untergrabung der Staatsgewalt“ und wegen Betrugs. Zudem verhängte das Gericht zwei Geldstrafen von umgerechnet fast 2.500 Euro. Er ist Leitungsmitglied der Ren’ai (Liebe) Reformierten Kirche in Guiyang (Provinz Guizhou) im Südwesten Chinas und befand sich seit dem 16. März 2021 in polizeilichem Gewahrsam. Zunächst lautete der Vorwurf gegen den Christen, er habe eine illegale Vereinigung geleitet. Seit 2018 – nach Einführung neuer Verwaltungsrichtlinien für religiöse Aktivitäten – praktiziert die Gemeinde von Zhang ihren Glauben im Untergrund: Sie lehnt es ab, sich der staatlich kontrollierten evangelischen Drei-Selbst-Bewegung anzuschließen. Im gleichen Jahr unterschrieb Zhang als einer der ersten von mehr als 450 Gemeindevertretern eine gemeinsame „Erklärung um des christlichen Glaubens willen“ dazu. Sie fordert, die Trennung von Kirche und Staat in den Hauskirchen aufrechtzuerhalten. Zhang leidet unter einer Leberzirrhose. Seiner Frau Yang Aiqing zufolge ist sein Gesundheitszustand besorgniserregend. In der rund 1,4 Milliarden Einwohner zählenden Volksrepublik leben nach Schätzungen bis zu 130 Millionen Christen. Viele von ihnen treffen sich in staatlich nicht registrierten Gemeinden, die besonderer Diskriminierung und Verfolgung ausgesetzt sind.