31.03.2026
Syrien: Osterfeierlichkeiten nach Gewalt abgesagt
Nach Gewalt: In der Stadt Suqailabiyya finden keine öffentlichen Ostergottesdienste statt
Syrien (IDEA) – In der christlich geprägten Stadt Suqailabiyya im Westen Syriens sind die Osterfeierlichkeiten in diesem Jahr abgesagt worden. Zuvor war es am 28. März zu religiös motivierten Ausschreitungen gekommen. Das teilte das britische Hilfswerk CSW (ehemals Christian Solidarity Worldwide/Christliche Solidarität weltweit) mit. Demnach habe es eine Auseinandersetzung zwischen muslimischen und christlichen Männern sowie Angriffe auf die Stadt gegeben. Nach Angaben von CSW hatten zwei junge muslimische Männer aus der Stadt Qalaat al-Madiq christliche Frauen in Suqailabiyya belästigt. Daraufhin seien sie von einheimischen christlichen Männern angegriffen worden. Die muslimischen Männer seien in ihre Heimatstadt zurückgekehrt und später mit Dutzenden weiteren Männern auf Motorrädern wiedergekommen. Sie hätten die Stadt gestürmt, Autos, Geschäfte und Grundstücke angegriffen sowie Schüsse in die Luft abgegeben. Zudem hätten die Angreifer einen Schrein der Jungfrau Maria zerstört. Lokalen Quellen zufolge sind auch Angehörige der nationalen Sicherheitskräfte an den Ausschreitungen beteiligt gewesen. Die Regierung habe versucht, die Lage mit Armee und Sicherheitskräften unter Kontrolle zu bringen. Mehrere Angriffe auf die Stadt seien von Regierungstruppen abgewehrt worden.
„Initiative für nationalen Dialog“ gefordert
Führende Vertreter der katholischen, griechisch-orthodoxen und syrisch-orthodoxen Kirchen verurteilten die Gewalt. Öffentliche Ostergottesdienste werden in diesem Jahr nicht stattfinden. Die zivilgesellschaftliche Organisation „Syrian Christians for Peace“ (Syrische Christen für Frieden) rief zur Einheit unter syrischen Christen auf. In einer Stellungnahme forderte sie die Syrer aller religiösen und ethnischen Gruppen auf, geeint zu bleiben und Konfessionalismus abzulehnen. Zugleich verlangte sie von der Regierung eine „Initiative für nationalen Dialog“. Syrien hat rund 23 Millionen Einwohner. Der Anteil der Christen liegt Schätzungen zufolge bei etwa einem Prozent. Im Weltverfolgungsindex des überkonfessionellen Hilfswerks Open Doors belegt das Land Rang sechs der Staaten, in denen Christen am stärksten verfolgt werden.