01.05.2026
Iran: Christin an unbekanntem Ort inhaftiert
Die ehemalige Muslimin trat 2017 zum christlichen Glauben über
Teheran (IDEA) – Als „Gefangene des Monats Mai 2026“ haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur IDEA die iranische Christin Ghazal Marzban benannt. Sie rufen dazu auf, sich für die Inhaftierte einzusetzen. Geheimdienstmitarbeiter nahmen die 42-Jährige am 26. Januar zu Hause fest und konfiszierten ihre Bibel und weitere christliche Literatur. Zwei Stunden, nachdem sie abgeführt worden war, durfte Marzban ihren Ehemann telefonisch darüber benachrichtigen, dass sie sich im Gewahrsam des Geheimdienstes befinde. Seither ist über ihren weiteren Verbleib nichts bekannt geworden. Die Katholikin war vor ihrem Glaubenswechsel 2017 Muslimin und hat einen Universitätsabschluss in islamischer Rechtslehre. Aufgrund ihrer Konversion verfolgten die Behörden die Christin, wogegen sie protestierte. Marzban appellierte öffentlich an den Papst, die massenhafte Unterdrückung in ihrer iranischen Heimat anzuprangern. Daraufhin wurde sie erstmals am 5. November 2024 wegen angeblicher staatsfeindlicher Propaganda und Verstoßes gegen die Kopftuchpflicht festgenommen. Später wurde Marzban zu sechs Monaten Haft und 74 Peitschenhieben verurteilt. Nachdem sie zwei Monate ihrer Strafe im berüchtigten Evin-Gefängnis abgesessen hatte, kam sie im Januar 2025 frei. Ihre Freiheit währte aber nur ein Jahr. Die IGFM und IDEA rufen dazu auf, in Briefen an den iranischen Präsidenten Massud Peseschkian um die sofortige Freilassung der Christin zu bitten. Die Islamische Republik Iran hat den Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte ratifiziert, der auch Religionsfreiheit garantiert. Von den rund 90 Millionen Einwohnern des Landes sind etwa 98 Prozent Muslime. Laut Schätzung christlicher Hilfswerke beträgt der Anteil der Christen zwischen 0,7 und 0,9 Prozent.