04.05.2026

Deutschland: „Evangelium21“- Aufruf zum Bekenntnis und zur Standhaftigkeit

Pastor: Das Evangelium nicht den Vorstellungen der Welt anpassen

Hamburg (IDEA) – Christen sollen sich nicht für das Evangelium schämen oder es den Vorstellungen der Welt anpassen. Dazu hat der Pastor der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde (EFG) Unna, Rudi Tissen, auf der Hauptkonferenz des theologisch konservativen Netzwerks „Evangelium21“ (E21) in Hamburg aufgerufen. Tissen warnte vor einem „Christsein auf Zehenspitzen“, das die Botschaft vom Kreuz aus Rücksicht auf eine „schlafende Welt“ verkleinere oder anpasse. Kein Christ sei davor gefeit, sich für das Evangelium zu schämen. „Keine 50 Jahre Christsein, keine 30 Jahre pastorale Erfahrung und keine theologische Ausbildung und kein natürliches Selbstbewusstsein schützen uns davor“, sagte Tissen. Als Beispiele für die weltweite Verfolgung von Christen nannte er die Enthauptung von 21 Märtyrern durch die Terrororganisation Islamischer Staat in Libyen im Jahr 2015 und erinnerte an die Tausenden Christen, die laut dem Hilfswerk Open Doors jedes Jahr in Nigeria wegen ihres Glaubens getötet werden. Angesichts solcher Berichte stelle sich die Frage, wie mutig Christen in einem Land aufträten, in dem sie ungestört eine Konferenz besuchen könnten. An Prediger gerichtet sagte er: „Wir brauchen nicht noch mehr trockene Bibelvorträge – sondern Prediger und Pastoren, die jubeln über Christus.“

Jüngerschaft ist kein Fertiggericht

Der Gemeindegründer und E21-Geschäftsführer Alexander Reindl (Steinach am Brenner/Österreich) warnte davor, Jüngerschaft wie ein Fertiggericht zu behandeln. Der Auftrag, das Evangelium über Generationen hinweg an treue Menschen weiterzugeben, erfordere Zeit und langes Verweilen an einem Ort. Christliche Stärke komme nicht aus eigener Anstrengung: „Wir werden nicht nur bekehrt durch Gnade, sondern auch gestärkt durch Gnade.“ Junge Christen ermutigte er, ihre geistliche Hauptprägung nicht bei Bildschirm-Predigern zu suchen, sondern bei Menschen vor Ort. Pastoren rief Reindl dazu auf, ihre Hauptenergie nicht in Podcasts oder Social-Media-Kanäle zu stecken, sondern in Menschen aus der eigenen Gemeinde. Die E21-Hauptkonferenz fand bis zum 2. Mai mit rund 1.200 Teilnehmern statt. Sie stand unter dem Motto „Glaube, der bleibt – von Generation zu Generation“. Zum Netzwerk gehören Christen aus verschiedenen Kirchen und Gemeinden. Nach eigenen Angaben verbindet sie das uneingeschränkte Vertrauen in die Heilige Schrift sowie eine reformatorisch ausgerichtete Theologie.