06.05.2026
Deutschland: Amokfahrt in Leipzig
Hunderte gedenken in Gottesdienst der Opfer. Landesbischof Bilz: Gott möge Halt und Geborgenheit schenken
Leipzig (IDEA) – Hunderte Menschen haben am 5. Mai in der voll besetzten Leipziger Nikolaikirche der Opfer der Amokfahrt in der dortigen Innenstadt gedacht. Ein 33-Jähriger war am frühen Abend des 4. Mai mit seinem Wagen mehrere Hundert Meter durch eine Fußgängerzone gerast. Dabei starben zwei Personen im Alter von 63 und 77 Jahren. Sechs weitere wurden verletzt, zwei davon schwer. Im Gottesdienst sagte der Leipziger Superintendent Sebastian Feydt: „Wir denken an alle, die innerlich und äußerlich getroffen sind.“ Mitten in dem tragischen Geschehen habe man aber „auch eine große Nähe und riesengroße Hilfsbereitschaft erleben“ können. „Das zeichnet unsere Stadt aus.“ Der sächsische Landesbischof Tobias Bilz (Dresden) sprach in der Predigt über Psalm 31, in dem es in Vers 16 heißt: „Meine Zeit steht in deinen Händen.“ Er äußerte drei Wünsche an Gott. „Gott, ich will – vielleicht wir wollen –, dass die schwere Zeit jetzt in deiner Hand ist, dass du uns Halt und Geborgenheit schenkst. Stell dich unserem Ringen, wenn wir nach Sinn fragen, warum der eine behütet ist und jemand anderes nicht.“ Er wünsche sich ferner, so Bilz, „dass dieses Bild von der Hand Gottes stärker ist als die anderen Bilder, die jetzt auch da sind“. Er wolle ferner glauben, „dass du, der ewige Gott, auch noch deine Hand aufhältst, wenn meine begrenzte Lebenszeit zu Ende geht, weil du der Ewige bist und weil dann eben nicht alles dahin ist, sondern weil wir bei dir und deiner Hand bleiben in Ewigkeit.“
Ministerpräsident Kretschmer spricht Fürbittegebet
Der Bischof des Bistums Dresden-Meißen, Heinrich Timmerevers, sagte: „Gott stellt sich an die Seite der Trauernden, der Verwundeten, der Verängstigten.“ Er bewahre davor, dass Bitterkeit und Verzweiflung das letzte Wort bekommen. In dem Gottesdienst wirkten ferner unter anderen der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) und der Leipziger Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) mit. Kretschmer richtete eine Fürbitte an Gott: „Halte mit aus, was nicht auszuhalten ist, und halte die, die wir nicht mehr halten können.“ Augenzeugen berichteten von ihren Eindrücken und sprachen Gebete. Am 5. Mai ordnete ein Ermittlungsrichter an, den mutmaßlichen Täter Jeffrey K. einstweilig in einem psychiatrischen Krankenhaus unterzubringen, wie die Staatsanwaltschaft Leipzig mitteilte. Es gebe „dringende Gründe“, dass der Beschuldigte die Tat „im Zustand der zumindest erheblich verminderten Schuldfähigkeit“ begangen habe.