08.05.2026

Nahost: Neuer chaldäischer Patriarch warnt vor Eskalation

Paul III. Nona kennt Auswirkungen von Krieg und Vertreibung aus eigener Erfahrung

Bagdad/München (IDEA) – Der neue Patriarch der chaldäisch-katholischen Kirche, Paul III. Nona (Bagdad), hat die internationale Gemeinschaft vor einer weiteren Eskalation der Konflikte im Nahen Osten gewarnt. Der 58-Jährige, der am 29. Mai in der irakischen Hauptstadt offiziell in sein Amt eingeführt wird, äußerte sich gegenüber dem katholischen Hilfswerk „Kirche in Not“ (München). Wörtlich sagte er: „Wir können nicht akzeptieren, dass Jahr für Jahr in diesem oder jenem Land ein neuer Krieg ausbricht.“ Die Sehnsucht nach Frieden sei groß. Die Menschen im Nahen Osten forderten von der internationalen Gemeinschaft Respekt vor ihren Völkern und vor ihrer Souveränität. Nur so könne verhindert werden, dass der Nahe Osten dauerhaft „zum Schauplatz geopolitischer Konflikte“ werde. Nona kennt die Auswirkungen von Krieg aus eigener Erfahrung. Er war von 2010 bis 2014 Erzbischof von Mossul. Während der Besetzung der Stadt durch die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) mussten Hunderttausende Christen und andere Minderheiten aus ihrer Heimat fliehen. Auch die Gemeinde des Geistlichen wurde vertrieben. Im Anschluss leitete er die chaldäische Kirche in Australien. Gerade das Leiden habe den Glauben vieler Christen vertieft, so der Patriarch. Das Zeugnis der Christen im Irak bestehe darin, „unermesslich gelitten und dennoch einen tiefen, unerschütterlichen Glauben bewahrt zu haben“. Als Leitwort für sein Patriarchat wählte Nona die Worte Jesu „Fürchte dich nicht, glaube nur!“ (Markus 5,36). Die chaldäisch-katholische Kirche ist die größte katholische Kirche des Irak mit einer halben Million Gläubigen, von denen viele im Ausland leben. Sie gehört zu den mit Rom verbundenen Ostkirchen.