21.05.2026

Deutschland: Johannes Volkmann (CDU) über Christenfeindlichkeit: „Es reicht“

Kohl-Enkel will sich nicht daran gewöhnen, dass es Teil des politischen Alltags wird

Berlin (IDEA) – Der CDU-Bundestagsabgeordnete Johannes Volkmann hat dazu aufgerufen, Christenfeindlichkeit in Deutschland stärker als gesellschaftliches und politisches Problem wahrzunehmen. „Wir sollten uns nicht daran gewöhnen, dass Christenfeindlichkeit ein Teil unseres politischen Alltags wird“, sagte er in einer Talkrunde des Senders „Welt TV“. Anlass seiner Äußerungen war ein Vorfall in Hanau, wo Unbekannte am 17. Mai während eines Gottesdienstes in einer katholischen Kirche Schüsse auf das Gebäude abgaben. Der Kohl-Enkel verwies auf eine Reihe weiterer Übergriffe. So habe es Brandstiftungen an christlichen Gotteshäusern in Groß-Gerau und Delmenhorst gegeben. Die katholische Kirche beklage, dass immer mehr Gebäude beschädigt würden. Dazu Volkmann: „Und ich sage, es reicht.“

Drei Tätermilieus bekannt

Mit Blick auf die Polizeiliche Kriminalstatistik nannte Volkmann im Wesentlichen zwei Ursachen für Übergriffe gegen Christen: Täter aus dem islamistischen Milieu sowie – insbesondere in Ostdeutschland – aus dem „rechtsextrem-völkischen Milieu“. Im Bereich des Vandalismus komme zudem eine „linksradikale Christenfeindlichkeit“ hinzu. Bei der körperlichen Gefährdung seien jedoch die beiden erstgenannten Milieus entscheidend. Insbesondere bei Straftaten gegen Christen durch islamische Migranten fehle aber das Problembewusstsein.

Christenfeindlichkeit wird an den Schulen „einfach hingenommen“

An vielen Schulen werde zwar bereits für Antisemitismus, Rassismus und Muslimfeindlichkeit sensibilisiert, so der 29-Jährige weiter. Die Christenfeindlichkeit hingegen werde „einfach hingenommen“. Es gebe in Politik, Medien und Gesellschaft „viel zu viele blinde Flecken“. „Wir sehen das in Schulen, und was heute an Schulen ist, ist morgen an Universitäten und ist übermorgen in der gesamten Gesellschaft.“ Notwendig seien strafrechtliche Konsequenzen bis hin zu Abschiebungen von ausländischen Agitatoren, die sich etwa in Sozialen Medien entsprechend betätigten. In der Diskussion wies die stellvertretende Politik-Chefin bei „Bild“, Angelika Hellemann, darauf hin, dass sich der frühere Unionsfraktionsvorsitzende Volker Kauder über Jahre hinweg schwerpunktmäßig mit der Christenfeindlichkeit befasst habe. Nach dessen Ausscheiden aus dem Bundestag im Jahr 2021 sei das Thema in der Unionsfraktion „eingeschlafen“.

Patzelt: Ursachen liegen tiefer

Der Politikwissenschaftler Prof. Werner J. Patzelt begrüßte es, dass das Thema wieder aufgegriffen wird. Die Ursachen lägen jedoch so tief, dass man sie so schnell nicht werde beheben können. Eine davon sei das antichristliche Agieren von muslimischen oder islamistischen Gruppen. Der Islam sei „eine Religion der öffentlichen Ordnung, die in der Einheit von politischer Führung und innerer Überzeugung von Menschen“ die Verwirklichung eines religiösen wie politischen Ideals sehe. Patzelt verwies zudem auf das schwindende Ansehen des Christentums in der Gesellschaft. Es habe „ohnehin eine schlechte Presse, einen schlechten Stand in der Gesellschaft“. Mit nichts könne man sich mehr „in vernünftigen, aufgeklärten Kreisen blamieren als mit dem Bekenntnis, man sei ein gläubiger Christ“. Dann müsse man „ja wirklich irgendwie gaga sein und von moderner Wissenschaft keine Ahnung haben“.