10.04.2026
Nigeria: Kritik am Anschlag am Palmsonntag mit 29 Toten
IIRF-D/BA/Tübingen/10.04.26 - Kirchenführer haben einen tödlichen Anschlag islamistischer Militanten am Palmsonntag (29. März) scharf verurteilt, bei dem in einer mehrheitlich christlichen Gemeinde im nigerianischen Bundesstaat Plateau mindestens 29 Menschen ums Leben kamen (wir berichteten).
„Wie kann es sein, dass Gemeinden selbst an einem heiligen Tag einem solchen Terror ausgesetzt sind?“, fragte Erzbischof Daniel Okoh, Präsident der Christian Association of Nigeria.
Fulani-Kämpfer in Armee-Tarnkleidung und auf Motorrädern stürmten Angwan Rukuba, einen bei Universitätsstudenten beliebten Vorort etwa 9 km von der Stadt Jos entfernt. Berichten zufolge schossen sie wahllos um sich und griffen die Opfer mit Schwertern an. Neben den Toten gab es viele Verletzte.
„Eine Nation kann nicht so weiterbluten und erwarten, voranzukommen“, fügte Erzbischof Okoh hinzu und bezog sich dabei auf die anhaltenden Angriffe islamistischer Militanten auf Christen im Norden und im Middle Belt Nigerias.
„Wir schulden den Toten Gerechtigkeit. Wir schulden den Lebenden Schutz. Und wir schulden unserer Zukunft ein Land, in dem keine Gemeinschaft an einem heiligen Tag mit Schüssen aufwacht.“
Schätzungsweise 45.000 Christen im Norden und im Middle Belt Nigerias sind seit 2009 durch islamistische Gewalt ums Leben gekommen.
Ostern, das an den Tod und die Auferstehung Christi erinnert, wird von Extremisten oft als strategischer Zeitpunkt angesehen, um Christen ins Visier zu nehmen.