10.07.2013
Deutschland: Aktion gegen „Kanzelreden“
Theologen kritisieren die Mitwirkung eines Imams an Abendmahlsgottesdienst
Deutschland: Aktion gegen „Kanzelreden“
Theologen kritisieren die Mitwirkung eines Imams an Abendmahlsgottesdienst
München (idea) – Knapp 200 Pfarrer, Diakone und Prädikanten haben die Leitung der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern aufgefordert, in Gottesdiensten keine „Kanzelreden“ von Muslimen oder Atheisten zu gestatten. Anlass ist, dass im März ein Imam an einem Abendmahlsgottesdienst in München mitwirken durfte. Die Stadtdekanin, Barbara Kittelberger, und die Ständige Vertreterin des Landesbischofs, Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler, hatten dem Vorhaben zugestimmt. An der Ausarbeitung der Liturgie war der landeskirchliche Islam-Beauftragte, Rainer Oechslen, beteiligt. Da nach Angaben der Kritiker in diesem Gottesdienst keine Predigt gehalten worden sei, der Imam aber von der Kanzel gesprochen habe, sei klar, dass dessen Aufgabe die Verkündigung gewesen sei. Dies widerspreche den Grundlagen der bayerischen Kirche, heißt es in dem Protestschreiben, das am 10. Juli der Kirchenleitung übermittelt wurde. Initiator ist die Kirchliche Sammlung um Bibel und Bekenntnis in Bayern. Die Unterzeichner rügen, dass offensichtlich Ungetaufte, Atheisten und Angehörige oder Vertreter nicht-christlicher Religionen „Kanzelreden“ halten dürfen, während Prädikanten und Lektoren eine Ausbildung durchlaufen und probepredigen müssen, ehe sie das Evangelium verkündigen dürfen. Ihrer Ansicht nach sollten „Kanzelreden“ grundsätzlich nur von Rednern mit christlich-kirchlichem Hintergrund gehalten werden. In dem Protestschreiben werden weitere Missstände angeprangert, etwa die Übernahme eines Patenamtes durch Nichtchristen, die Mitwirkung eines Muslims an der Einsetzung eines Pfarrers und das Feiern islamischer Feste in kirchlichen Räumen. Bereits die Propheten im Alten Testament hätten religionsvermischende Praktiken massiv abgelehnt und die Verantwortlichen im Priester- und Tempeldienst scharf kritisiert. Zu den Erstunterzeichnern des Protestschreibens gehören der Vorsitzende des Arbeitskreises Bekennender Christen in Bayern, Pfarrer Till Roth (Redwitz/Oberfranken), der Landessynodale Martin Pflaumer (Pommelsbrunn bei Nürnberg), der Evangelist Rainer Dick (Schwabach bei Nürnberg) und der Philosoph Prof. Harald Seubert (Erlangen/Basel).