18.06.2013
Türkei: Kauder: Gegen EU-Beitritt
Volker Kauder zu Christenverfolgung in anderen Ländern
Volker Kauder sprach sich gegen einen Beitritt der Türkei zur Europäischen Union aus. In dem Land gebe es keine Religionsfreiheit. Er erwarte, dass – so wie Muslime in Deutschland Moscheen bauen dürften – auch Christen ihre Kirchen errichten dürften. Solange dies nicht der Fall sei, gehöre die Türkei auch nicht nach Europa: „Das können wir nicht zulassen. Christen in aller Welt schauen darauf, ob wir ein Land nach Europa holen, in dem die Religionsfreiheit nicht klar und deutlich umgesetzt wird.“
Wird der Irak zur christenfreien Zone?
Der evangelische Politiker erinnerte daran, dass Christen weltweit Verfolgungen ausgesetzt seien. Im indischen Bundesstaat Orissa wirkten die schweren Ausschreitungen hinduistischer Extremisten gegen Christen im Jahr 2008 immer noch nach. In der vom Kastendenken geprägten Gesellschaft wird es laut Kauder als Angriff empfunden, dass Christen auch in sogenannten „Unberührbaren“ ein Ebenbild Gottes sehen. Die schärfste Christenverfolgung gebe es in Nordkorea. Kauder: „Und trotzdem bekennen sich dort jeden Tag Menschen neu zum Christentum.“ Besorgniserregend sei die Situation für Christen in den afrikanischen Ländern Nigeria, Sudan und Kenia. Auch in Indonesien und Eritrea sei die Lage schwierig. Zudem bestehe die Gefahr, dass „Stammländer der Christenheit“ wie der Irak zur „christenfreien Zone“ würden. In Bagdad lebten kaum noch Christen. Im kurdischen Gebiet im Norden des Iraks sei die Situation etwas besser. Der CDU-Politiker plädierte dafür, die irakischen Christen dort beim Bau von Schulen und Krankenhäusern zu unterstützen. Wenn sie die beste Erziehung und das beste Gesundheitswesen anbieten könnten, hätten sie auch unter Kurden und Muslimen einen guten Stand. Kauder zufolge werden Christen vor allem in Ländern bedrängt, in denen der Islam Staatsreligion ist oder mehrheitlich Muslime leben: „Wir müssen schon darauf hinweisen, dass dort die Situation für Christen unerträglich ist.“
Quelle: idea