15.09.2009

Kolumbien: Maskierte Männer erschießen Pfingstpastor

Evangelikale erhalten Todesdrohungen von Rebellengruppen

Kolumbien: Maskierte Männer erschießen Pfingstpastor

Evangelikale erhalten Todesdrohungen von Rebellengruppen

Bogota (idea) – 15. September 2009 - In Kolumbien ist ein Pfingstpastor von drei maskierten Männern erschossen worden. Wie jetzt bekannt wurde, drangen sie am 6. September in das Haus des 41-jährigen Pastors Rafael Velasquez in Maranonal (Gebiet Cordoba) ein und töteten ihn vor den Augen seiner Frau und sechs jungen Gemeindemitgliedern.

Das berichtet die Menschenrechtsorganisation Christliche Solidarität Weltweit (CSW). Nach ihren Angaben wurde der Geistliche der Foursquare-Kirche Opfer einer linksgerichteten Rebellenorganisation. In dem Gebiet kämpften verschiedene paramilitärische Gruppen um die Vorherrschaft. Evangelikale würden seit Jahren von linksgerichteten Rebellengruppen unter Druck gesetzt. Mindestens 15 Pastoren seien in den vergangenen sechs Monaten mit dem Tode bedroht worden; mehrere mussten fliehen. In den letzten drei Jahren seien in Kolumbien mehr als 35 Pastoren getötet und rund 200 christliche Gemeinden unter Zwang geschlossen worden. Viele hätten sich geweigert, Schutzgelder zu zahlen oder sich gegen die Rekrutierung junger Kämpfer aus ihren Gemeinden gewandt. Von den 42 Millionen Einwohnern Kolumbiens sind 90 Prozent Katholiken, fünf Prozent Protestanten und 2,7 Prozent Nichtreligiöse. Der Rest verteilt sich auf nichtchristliche Religionen. Die 1923 in den USA entstandene Foursquare-Kirche leitet ihren Namen von vier „Eckpfeilern“ des christlichen Glaubens ab: Jesus Christus als Retter und Erlöser, als Täufer mit dem Heiligen Geist, als großer Arzt und als wiederkommenden König und Weltenherrscher. Weltweit ist die Kirche in 142 Länder vertreten. Sie unterhält 35.000 Gemeinden mit rund 3,1 Millionen Mitgliedern. Ihr deutscher Zweig ist das Freikirchliche evangelische Gemeindewerk (fegw), zu dem 22 Gemeinden mit 2.200 Mitgliedern gehören. In der Schweiz gibt es neun Gemeinden mit 650 Mitgliedern, in Österreich drei Gemeinden mit rund 180 Mitgliedern.