13.11.2010

Turkmenistan - Licht im Unrechtsstaat

Maya Nurlieva, die Frau des protestantischen Gewissensgefangenen Ilmurad Nurliev berichtete gegenüber dem Nachrichtendienst Forum 18, dass das Gericht nach der Verurteilung ihres Mannes zu vier Jahren Gefängnis die schriftliche Ausfertigung des Urteils bewusst zurückgehalten hat, um ihn daran zu hindern, Berufung gegen das Urteil einzulegen. Obwohl Pastor Nurliev und seine Gemeinde die Anklage als erfunden zurückweisen, wurde seiner Frau aufgetragen, sofort „Entschädigung“ zu bezahlen. „Ich musste zahlen, sonst würden sie uns aus unserer Wohnung werfen,“ erklärte sie. In dem Urteil wird auch die „medizinische Zwangsbehandlung seiner Drogensucht“ angeordnet - natürlich gibt es keinerlei unabhängige medizinische Bestätigung einer Drogensucht Nurlievs. Der Vorwurf der Drogensucht wird auch von Maya Nurlieva und anderen entschieden zurückgewiesen. Nurliev wird möglicherweise in ein Arbeitslager geschickt, in dem möglicherweise Gefangene mit psychotropischen (bewusstseinsverändernden) Medikamenten misshandelt werden. Das Urteil enthält nachweislich falsche Anschuldigungen und es spricht vieles dafür, dass die „Zeugen“ der Anklage zu ihren Aussagen gezwungen wurden. Die turkmenische Menschenrechtsaktivistin Natalya Shabunts erklärte: „Einen Lichtblick gibt es in dieser ekelhaften Geschichte: Kein Gemeindemitglied hat seinen Pastor verraten und fast alle sind zur Gerichtsverhandlung erschienen. In einem Land, in dem grundlegende Menschentrechte täglich verletzt werden und eine Atmosphäre der Angst vor ungestraften Übergriffen der‚ Ordnungskräfte’ herrscht, ist dies ein sehr mutiges Vorgehen.

Quelle: Forum 18 News Service, Oslo

Deutsche Fassung: AK Religionsfreiheit der Österreichischen Evangelischen Allianz