01.09.2026
Ukraine: GAiN verliert Lager in Kiew bei russischem Luftangriff
Infrastruktur nach Drohnenangriff vollständig zerstört
Kiew (IDEA) – Das christliche Hilfswerk Global Aid Network (GAiN) hat bei einem russischen Luftangriff in der Nacht des 28. auf den 29. August sein Lager in Kiew verloren. Das teilte der deutsche Zweig der Organisation mit Sitz in Gießen der Evangelischen Nachrichtenagentur IDEA auf Nachfrage mit. Mitarbeiter und Partner vor Ort seien dabei nicht zu Schaden gekommen. Die in vier Jahren aufgebaute Infrastruktur sei jedoch vollständig zerstört. Ziel der Angriffe sei ein Munitionsdepot gewesen. 37 Menschen seien in Folge der Angriffe getötet worden, davon 27 in einem lokalen Altenheim. Seit Kriegsbeginn sei das Lager „ein wichtiger Knotenpunkt unserer humanitären Hilfe in der Ukraine“ gewesen, erklärte GAiN zu dem Vorfall auf Instagram. „Jetzt ist alles zerstört: Hilfsgüter, Lagercontainer und Geräte.“ Es sei ein schwerer Schlag für seine dortigen Partner und die humanitäre Hilfe im Land. Der Projektleiter für die Arbeit des deutschen Zweigs in der Ukraine, Nils Pettkus, sagte IDEA: „Wir sind besonders betroffen, da erneut Menschenleben zu beklagen sind. Das steht an erster Stelle.“ Der Verlust der Lagerhalle wie der gelieferten Hilfsgüter sei „vergleichsweise unbedeutend“. Gleichzeitig sei der Partner vor Ort durch die verlorenen Ressourcen handlungsunfähig. Initiativen, um verlorenes Equipment wiederzubeschaffen, seien „bereits im Gange“.
Zentrales Verteilzentrum für Hilfsgüter
Betrieben hatte das Lager das lokale Missionswerk „Ukraine for Christ“, ein Partner von GAiN. Auf Facebook schreibt es dazu, das Gebäude sei seit Juni 2022 eines seiner wichtigsten Verteilzentren im Land gewesen. Mehr als 600 Tonnen Hilfsgüter seien dort in diesem Zeitraum von Partnerorganisationen aus Deutschland, den Niederlanden und Österreich eingetroffen. Über 1.000 Freiwillige aus verschiedenen Kirchen und Hilfswerken arbeiteten im Laufe der Jahre in dem Lager. Rund 175.000 Lebensmittelpakete seien gepackt worden, darunter Weihnachtspakete und Sendungen für Soldaten. Mehr als 300 Kirchen unterschiedlicher Konfessionen sowie gemeinnützige Organisationen hätten bei der Verteilung in der gesamten Ukraine geholfen. Aus Schiffscontainern habe die Mission zudem Unterkünfte für kriegsvertriebene Familien errichtet. „Ukraine for Christ“ arbeitete bei seinen Einsätzen nach eigenen Angaben unter anderem mit dem ukrainischen Ministerium für Veteranenangelegenheiten, dem Militärseelsorgedienst der Bodentruppen sowie der orthodoxen Kirche im Land zusammen.