Weiterwarten auf Frieden
- Einwohner: 24 Mio. (geschätzt)
- Hauptstadt: Damaskus
- Staatsform: Präsidentielle Republik unter einer Übergangsregierung
- Staatsoberhaupt: Interimspräsident Ahmed al-Scharaa
- Religionen: Muslime 80-87 %, Alawiten 7-9 %, Drusen 3-5 %, Christen 2-3 %, weitere 1-2 % (aufgrund großer Migrationsbewegung nur ungenaue Zahlen)
Christen in einem zerstörten Land
Die vergangenen 15 Jahre waren für alle Syrer ein bitterer Albtraum, der nicht endet. Der arabische Frühling brachte Hoffnung auf ein Ende der säkularen Assad-Diktatur, entwickelte sich in Syrien aber zu einem blutigen Bürgerkrieg. Über 500.000 Menschen starben, mehr als 6 Millionen flohen ins Ausland und weitere 7 Millionen sind innerhalb des Landes vertrieben worden. Mit der Zerstörung des Landes ging die Verschlechterung der wirtschaftlichen und humanitären Lage des Landes einher: 9 von 10 Syrer leben unterhalb der Armutsgrenze und 2 von 3 sind für das Überleben auf Hilfe von außen angewiesen. Die riesige Not betraf, außer wenigen Günstlingen des Regimes, jeden im Land, inklusive der christlichen Minderheit. Aufgrund der Perspektivlosigkeit und der angespannten Sicherheitslage entschieden sich viele christliche Familien zur Emigration. Während es 2010 etwa 10 % Christen in Syrien gab, leben inzwischen nur noch 200.000 bis 300.000 Christen im Land, was 2-3 % der Gesamtbevölkerung entspricht.
Die radikale islamistische Führung
Anfang Dezember 2024 kam es plötzlich zum Umsturz des Assad-Regimes, was von vielen Syrern als Befreiung und Neuanfang bejubelt wurde. Bei vielen Christen und Mitgliedern anderer Minderheiten hingegen wurde islamistischer Terror und neue Unfreiheit geargwöhnt. Angeführt worden war der Umsturz von der islamistischen Terrorgruppe Haiat Tahrir ash-Sham (HTS) unter der Führung von Ahmad al-Scharaa, welcher zuvor hauptsächlich unter seinem Kampfnamen Mohammad al-Jolani bekannt war. Sowohl bei al-Qaida, als auch beim Islamischen Staat war er in leitender Position gewesen, bevor er sich mit Jabhat an-Nusra abspaltete und diese Gruppe mit anderen radikal-islamischen Gruppen zu HTS vereinte. Etliche Mitglieder der jetzigen Regierung waren zuvor ebenfalls bei HTS. Trotz dieser Vergangenheit kam es recht bald zur internationalen Anerkennung der neuen Regierung, Aufhebungen von Sanktionen und Treffen mit arabischen wie westlichen Staatschefs.
Gewalt gegen Christen und andere Minderheiten
Die radikal-islamische Ausrichtung der neuen Führung spiegelte sich bald in massiver Gewalt gegen Minderheiten wider: Im März 2025 ermordeten Mitglieder der Sicherheitskräfte sowie sunnitische Stammeskämpfer etwa 1.500 Alawiten. Ende April und Anfang Mai 2025 kam es zum Sturm auf drusische Vororte von Damaskus. Im Juli wandte sich die Gewalt gegen die südliche, zumeist von Drusen bewohnte Provinz Suwaida. Auch hier kamen über 2.000 Menschen ums Leben, Dörfer wurden niedergebrannt und über 200.000 Menschen wurden vertrieben. Nach monatelangen Aggressionen kam es Anfang Januar 2026 zu der gewaltvollen Einnahme kurdisch-kontrollierter Gebiete in Aleppo und Nordost-Syrien. Erneut wurden Hunderttausende vertrieben. Der heftigste Schlag für die Christen war eine Selbstmordattacke im Juni 2025 auf die Mar Elias Kirche in dem Damaszener Vorort Dwaila, bei der 25 Menschen ums Leben kam. Die Gewalt bedroht Gottesdienste und christliche Versammlungen. So wurden nach Ausschreitungen und Vandalismus gegen christliche Geschäfte landesweit etliche Prozessionen an Palmsonntag 2026 abgesagt.
Neben diesen gewaltvollen Ausschreitungen kommt es aufgrund einer derzeit herrschenden Rechtsfreiheit in Syrien beinahe täglich zu gewaltvollen und tödlichen Übergriffen gegen einzelne Mitglieder von Minderheiten, wovon Christen stark betroffen sind. Unter Assad konnten Christen zumeist unbedrängt ihren Aktivitäten nachgehen und genossen innerhalb ihrer Viertel eine gewisse Sicherheit. Doch nun werden aufgrund von Sicherheitsbedenken Gottesdienste abgesagt und mehr und mehr verdrängen Muslime Christen aus ihren traditionellen Stadtvierteln. Das Sicherheitsempfinden der Christen hat noch einmal drastisch nachgelassen.
Weiterhin schwierige Lage im Land
Die Wirtschaft des Landes liegt weiterhin brach und viele der von der Regierung getroffenen Maßnahmen werden von Experten als ineffektiv und zum Teil gar als schädlich betrachtet. Trotz milliardenschwerer Investitionszusagen und Aufhebung vieler Sanktionen konnte auch über ein Jahr nach dem Umsturz und der Regierungsbildung keine erkennbare Strategie des Wiederaufbaus umgesetzt werden. Die Zunahme der Bedrängung der Christen und die weiterhin schlechte Lage im Land hat zu einer erneuten Verstärkung der Auswanderungsbewegung von Christen, insbesondere der Jugend, geführt. Zurück bleiben verarmte Familien, Senioren und Kranke, die auf die Unterstützung von außen angewiesen sind. So berichtet die Christin Hudda (Name geändert): „Ich lebe zuhause mit meiner 83-jährigen Mutter und meinem halbseitig gelähmten Bruder. Aufgrund der schwierigen Situation haben wir drei keine Arbeit, sondern leben von der spärlichen Rente meiner Mutter. Teilweise erhalten wir etwas Unterstützung von meinem Onkel in Griechenland, sowie ein regelmäßiges Hilfspaket der Kirche. Trotz der wirklich schwierigen Situation hier in Syrien halten wir an Jesus fest. Immer wieder dürfen wir erfahren, dass er bei uns ist.“
Bewegungen zu Christus
Mut machen Bewegungen zu Christus hin, die besonders unter nichtchristlichen Minderheiten zu sehen sind. So ist eine vierstellige Zahl an drusischen Gläubigen bekannt. Im Norden wenden sich immer mehr Kurden dem christlichen Glauben zu. Viele sind im Bürgerkrieg mehrfach vertrieben worden und mussten im Januar 2026 ein weiteres Mal ihr Hab und Gut zurücklassen. Dennoch halten sie weiter an Jesus fest. Die neuerliche Gewalt in Syrien führte dazu, dass Kurden Alternativen zum Islam suchen und neue Hoffnung in Jesus Christus finden. Während um die Jahrtausendwende nur wenige Gläubige bekannt waren, gibt es nun wachsende Kirchen. So berichtet der Pastor der kurdischen Gemeinde in Aleppo: „Früher in der Geschichte gab es keine kurdischen Christen. Heute ist dies eine Realität geworden.“ Da sie jedoch aus muslimischem Hintergrund kommen, mussten sie immer wieder Anfeindungen von der eigenen Familie und radikal-islamischen Gruppen erleben. Unter der neuen islamistischen Regierung und der geltenden Rechtsfreiheit sind sie stärker gefährdet als zuvor. Ebenso erleben immer wieder gläubige Drusen Verfolgung von Seiten ihrer Familie und sind als Teil der drusischen Minderheit durch die fragile Sicherheitslage gefährdet. Dennoch wissen sie, dass Gott mit ihnen ist.rd, dass sie letztlich zur Stärke finden.
Joachim Frei, HMK Schweiz
Wir beten,
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Für Standhaftigkeit und neue Hoffnung durch den Blick auf den Auferstandenen für die Christen in Syrien.
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Für Hoffnung für Christen und Gottes Ruf zum Bleiben und Lichtsein.
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Für Heilung und Trost für Verwundete und Trauernde.
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Für eine weiterwachsende Bewegung hin zu Jesus unter den Kurden und Drusen, sowie einen Aufbruch bei den sunnitischen Arabern.
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Für Frieden und Gerechtigkeit sowie Versöhnung und heilende Aufarbeitung der brutalen Vergangenheit in Syrien.
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Für Besserung der humanitären und wirtschaftlichen Notlage.
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Für Umkehr und Buße bei Gewalttätern.
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Für Syrer, die weltweit verstreut sind, dass sie Christus kennen lernen dürfen und die Hoffnung des Evangeliums zu ihren Familien und Freunden nach Syrien bringen.