02.10.2026

Äthiopien: Tigray - Der Eparch von Adigrat schlägt Alarm

„Wir sind völlig isoliert, humanitärer Zugang dringend erforderlich“

Adigrat (Fides) – „Es ist äußerst dringend, den Zugang für humanitäre Hilfe zu ermöglichen, den Dialog für den Frieden zu fördern und jede Form des Austauschs zu unterstützen. Wir sind vollständig isoliert. Die Kommunikationswege sind unterbrochen, und wir haben zu niemandem Kontakt.“ Das berichtet der Bischof der Eparchie Adigrat, Tesfaselassie Medhin, in einer kurzen Nachricht an den Fidesdienst. Die Mitteilung wurde mit Unterstützung von Unicef übermittelt. Die Organisation unterstützt weiterhin die Kirche und ermöglicht, wo immer es geht, einen Mindestkontakt zur Außenwelt.

„Jegliche Kommunikation ist unterbrochen. Unsere Kirche, unsere Missionsstationen, die Ordensleute und der örtliche Klerus bleiben wie immer ihrem Ort treu“, erklärt der Bischof. „Wir werden an der Seite der Bevölkerung stehen. Wir wollen konkrete Hilfe leisten oder einfach durch unsere Präsenz für die Menschen da sein. So führen wir den Auftrag der Kirche fort, die Menschwerdung Christi in der Welt sichtbar zu machen.“

Medhin beschreibt eine zunehmend schwierige Lage: „Auch die Banken sind geschlossen. Wir wissen nicht mit Sicherheit, wie unsere Seminare und Schulen ihren Betrieb aufrechterhalten können. Wir wollen unsere Arbeit jedoch fortsetzen. Wir haben keine Vorstellung davon, wie wir die Versorgung sicherstellen sollen. Nur Gott weiß es. Wir vertrauen auf die göttliche Vorsehung.“ Unterdessen verschlechtert sich die Lage in der nordäthiopischen Region Tigray weiter (vgl. Fides 30. September 2026). Am Ende der Generalaudienz am Mittwoch (30. September) äußerte Papst Leo XIV. seine „tiefe Besorgnis“ über das Wiederaufflammen der Feindseligkeiten in Tigray. Zugleich sendete er seinen Appell an alle Konfliktparteien.

„Ich richte einen eindringlichen Appell an alle Parteien, den Weg des Dialogs zu wählen“, sagte der Papst. „Ein bewaffneter Konflikt löst niemals Probleme. Er verschärft sie nur und hinterlässt eine Spur von Tod, Zerstörung und Verbitterung. Nur ein aufrichtiges Engagement kann die Grundlage für einen dauerhaften Frieden schaffen.“ Leo XIV. äußerte zudem die Hoffnung, „dass die internationale Gemeinschaft ihren großzügigen und zeitnahen Beitrag leistet, um sicherzustellen, dass alle humanitären Hilfsgüter diejenigen erreichen, die sie benötigen“.

(AP) (Fides 1/10/2026)