03.08.2026

Österreich: Christenfeindliche Straftaten gestiegen

Hate-Crime-Bericht 2025: Muslimfeindlichkeit liegt an der Spitze

Wien (IDEA) – In Österreich ist die Zahl christenfeindlicher Straftaten 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 20 Prozent auf 133 gestiegen. An der Spitze im Bereich Religion liegen allerdings antimuslimische Taten. Das geht aus dem Lagebericht „Hate Crime 2025“ hervor, den das österreichische Innenministerium in Wien veröffentlicht hat. Die religionsfeindlichen Straftaten gingen insgesamt leicht zurück und lagen bei 696 Motiven (2024: 763). Damit ist die Religion nach Weltanschauung und nationaler beziehungsweise ethnischer Herkunft weiterhin das dritthäufigste Motiv für Hassverbrechen in der Republik. Innerhalb der Kategorie „Religion“ dominierten 2025 antimuslimische Motive (264) knapp vor antisemitischen (247) und christenfeindlichen (133). Weitere 52 Motive richteten sich gegen sonstige Religionsgemeinschaften.

Sachbeschädigungen an Kirchen und Diebstähle von Reliquien

Die häufigsten Delikte gegen Christen waren laut Bericht schwere Sachbeschädigungen (29), gefährliche Drohungen (24), terroristische Vereinigungen, schwere Diebstähle und Körperverletzungen. Besonders auffällig ist die Konzentration auf religiöse Stätten: Bei Angriffen auf Sakralstätten wie Kirchen, Friedhöfe und Denkmale entfielen 12 von 21 Motiven auf christenfeindliche Taten. Als Beispielfälle nennt der Bericht Sachbeschädigungen von Kirchen und deren Inventar, etwa an Holzkreuzen und einer Jesus-Statue, sowie den Diebstahl von Reliquien – darunter Knochenstücke des Heiligen Severin – und des Jesuskindes aus einer Krippe. Antichristliche Handlungen zeigten sich dem Bericht zufolge vor allem in Sachbeschädigungen von Kirchen und deren Inventar.

Anteil ausländischer Verdächtiger ist bei Christen höher

Bei antisemitischen Straftaten überwogen mit 90 Vorfällen Verstöße gegen das „Verbotsgesetz“ (1947 Artikel 1) und Verhetzungen (54). Menschen jüdischen Glaubens wurden dem Bericht zufolge „gezielt nach ihrer religiösen Zugehörigkeit gefragt und nach Identifizierung als jüdisch eingeschüchtert bzw. körperlich angegriffen“. Genannt werden Beschimpfungen wie „Judensau“ oder „Geh in die Gaskammer“. Antimuslimische Delikte äußerten sich vor allem in gefährlichen Drohungen (56 Motive), Körperverletzungen und Verhetzungen (je 52). Als Beispiel nennt der Bericht das Herunterreißen religiöser Kleidung und Beschimpfungen wie „Fuck Moslems“. Bei der Opfergruppe „Christen“ lag der Anteil ausländischer Tatverdächtiger 57 Prozent höher als bei Muslimfeindlichkeit (43 Prozent) oder Judenfeindlichkeit (26 Prozent). Insgesamt registrierten die Behörden im Jahr 2025 6.751 Straftaten (2024: 6.786). Als negative Entwicklung strich Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) im Vorwort des Berichts heraus, dass diese Form der Kriminalität „jünger und digitaler“ werde. Ein Drittel der Tatverdächtigen war jünger als 21 Jahre, 86 Prozent waren männlich. Häufigster Tatort war mit 1.917 Motiven das Internet, gefolgt vom öffentlichen Raum (1.497).