03.11.2026
Syrien: Hilfswerk CSI betreut verlassene Senioren im „Tal der Christen“
Die Betroffenen sind kinderlos oder ihre Kinder sind ausgewandert
Homs/München (IDEA) – Die christliche Menschenrechtsorganisation „Christian Solidarity International“ (CSI/München) hilft verlassenen alten Menschen in Syrien. Sie wohnen in abgelegenen Dörfern im „Tal der Christen“, das zwischen Homs und der Hafenstadt Tartus liegt. Hier leben seit fast 2.000 Jahren Christen. Während des syrischen Bürgerkriegs (2011–2024) sind jedoch viele Christen aus dem Land geflohen – insgesamt etwa 1,5 Millionen. Zurück blieben häufig die Senioren. Mehr als 150 von ihnen betreut CSI nach eigenen Angaben im Tal der Christen, weil sie kinderlos oder ihre Kinder ausgewandert sind. Sie wohnten in verfallenen Häusern, ohne Pflege und oft ohne Zugang zu Lebensmitteln und Medikamenten. Am härtesten treffe sie die Einsamkeit. CSI hat deshalb das Projekt „Our Parents“ (Unsere Eltern) gestartet. Junge ehrenamtliche Mitarbeiter besuchten die Senioren in Kafroun und sieben weiteren Dörfern. So bringe die 27-jährige Apothekerin Magda Bedürftigen jeden Monat Medikamente und habe bereits über 100 Menschen versorgt. Das aus Spenden finanzierte Projekt findet in Kooperation mit den Schwestern der Kongregation der Heiligsten Herzen statt. Laut CSI treibt das dschihadistische Regime in Syrien „die Islamisierung des Landes schonungslos voran“. Hinzu komme die angespannte Wirtschaftslage. Die ständig steigenden Energiekosten hätten auch in Syrien zu Verarmung und Elend geführt. Selbst eine Hungersnot sei angesichts wachsender Lebensmittelpreise nicht mehr ausgeschlossen. Geschäftsführer der Organisation ist der katholische Pfarrer Peter Fuchs. Nach Schätzungen leben noch rund 300.000 Christen in dem Land mit 26,8 Millionen Einwohnern.