04.11.2026

Irak: Regierungschef und Patriarch sprechen über Rückkehr von Christen

Hunderttausende waren als Folge von Krieg und Verfolgung ausgewandert

Bagdad (IDEA) – Wie kann man die Rückkehr ausgewanderter oder vertriebener Christen in den Irak fördern? Darüber haben der dortige Ministerpräsident Ali Faleh al-Zaidi und der Patriarch der Syrisch-katholischen Kirche, Ignatius Josef III. (Younan) bei einem Treffen am 2. November gesprochen. Das berichtete die katholische Nachrichtenagentur SIR (italienisch für Servizio Informazione Religiosa) unter Berufung auf das Pressebüro der Regierung in Bagdad. Dabei habe al-Zaidi – der schiitische Muslim amtiert seit Mai – das Engagement der Regierung bekräftigt, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass sich rückkehrwillige Bürger wieder in ihrem Heimatland niederlassen. Rückkehrer könnten von der Regierungsinitiative „Watan“ (Heimat) profitieren. Sie sieht die Zuteilung von Bauland für Wohnraum vor. Der Regierungschef habe ferner angeordnet, die Verfahren zur Ausstellung von Personalausweisen für im Ausland lebende Iraker zu vereinfachen. Die Kirchen im Irak beklagen seit langem die schrumpfende Zahl der Christen durch Abwanderung. Anfang der 2000er Jahre lebten dort noch 1,3 bis 1,5 Millionen Christen. Als Folge von Krieg und Verfolgung haben seither Hunderttausende das Land verlassen. Heute leben nach Schätzungen zwischen 150.000 und 250.000 Christen im Irak. Wie es weiter hieß, würdigte Patriarch Younan bei dem Gespräch die Initiativen der irakischen Regierung, damit im Ausland lebende Iraker zurückkehren. Er äußerte ferner die Hoffnung, dass die Bevölkerung im Irak in einem Klima der Sicherheit, Stabilität, des Friedens und der Brüderlichkeit leben kann. Die Syrisch-katholische Kirche hat nach Angaben der Stiftung Pro Oriente (Wien) rund 120.000 Mitglieder. Sitz des Patriarchen ist die libanesische Hauptstadt Beirut.