07.09.2026

USA: Muslime zwischen Wachstum und Misstrauen

Pew-Analyse: Terror hat die Einstellung zu Muslimen nachhaltig verändert

Washington (IDEA) – 25 Jahre nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 begegnen viele US-Amerikaner Muslimen weiterhin mit Misstrauen. Zugleich ist ihre Zahl deutlich gewachsen, und sie sind politisch sichtbarer als je zuvor. Das geht aus einer Analyse des Pew Research Center (Washington) hervor. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts im Frühjahr 2026 gaben demnach 43 Prozent der erwachsenen US-Amerikaner an, Muslime seien ihrer Meinung nach weniger patriotisch als andere Amerikaner. 42 Prozent sagten, muslimische Amerikaner hätten einen negativen Einfluss auf das Land. In mancher Hinsicht seien die öffentlichen Einstellungen gegenüber dem Islam heute negativer als unmittelbar nach den Anschlägen, heißt es weiter in der Analyse: Im März 2002 sagten 25 Prozent der US-Erwachsenen, der Islam ermutige eher zu Gewalt als andere Religionen. Anfang 2026 waren es 51 Prozent. Die Einstellungen sind zudem politisch stärker polarisiert. In der aktuellen Umfrage stimmten 76 Prozent der Republikaner und republikanisch orientierten Unabhängigen der Aussage zu, der Islam ermutige zu Gewalt – gegenüber 29 Prozent bei den Demokraten. Unmittelbar nach dem 11. September 2001 lag dieser Unterschied bei 32 zu 23 Prozent. Die von der Bundespolizei FBI erfassten antimuslimischen Hassverbrechen schnellten 2001 auf 481 Fälle in die Höhe, verglichen mit 28 im Jahr 2000. Seitdem schwankten die Zahlen zwischen 95 (2021) und 307 (2016).

Wachsende muslimische Bevölkerung

In den USA leben laut Pew Research Center derzeit rund 5,5 Millionen Muslime. Im Jahr 2007, als das Meinungsforschungsinstitut erstmals die Größe dieser Bevölkerungsgruppe schätzte, waren es 2,4 Millionen. Auch die Zahl der Moscheen ist stetig gestiegen – von rund 1.200 im Jahr 2000 auf knapp 2.800 im Jahr 2020. Dem US-Kongress gehören inzwischen vier muslimische Abgeordnete an; ein fünfter steht kurz vor dem Beitritt. Im Jahr 2001 war es keiner. 2022 wurde der Republikaner Mehmet Oz als erster Muslim von einer der beiden großen Parteien für einen Senatssitz nominiert – er verlor die Hauptwahl in Pennsylvania jedoch. Bei den Demokraten wurde Abdul El-Sayed in Michigan als Kandidat für den US-Senat 2026 aufgestellt. In New York, wo am 11. September die Zwillingstürme einstürzten, wurde der Demokrat Zohran Mamdani in diesem Jahr als erster muslimischer Bürgermeister der Stadt vereidigt.