09.07.2026
Pakistan: CSI startet Petition für entführte Christin
Hilfswerk fordert Bundestag zum Handeln im Fall der 18-jährigen Neha Faqir auf
München/Islamabad (IDEA) – Die christliche Menschenrechtsorganisation Christian Solidarity International (CSI, München) will den Fall der entführten und zwangskonvertierten Pakistanerin Neha Faqir (18) auf die politische Tagesordnung des Deutschen Bundestages bringen. Ein pakistanisches Gericht hatte am 9. Juni die Rückkehr der 18-jährigen Christin zu ihrer Familie abgelehnt. Um ihren Fall stärker in die Öffentlichkeit zu bringen, hat das Werk eine Petition gestartet. Sie richtet sich an die Vorsitzende des Ausschusses für Menschenrechte und humanitäre Hilfe, Mechthild Heil (CDU). Ziel ist es, dass sich der Ausschuss mit dem Fall befasst und eine Aktuelle Stunde im Bundestag zugunsten von Frauenrechten in islamischen Ländern initiiert wird.
Verschwunden nach dem Besuch eines Nähkurses
Faqir verschwand nach Angaben von CSI am 24. März nach dem Besuch eines Nähkurses. Wochenlang blieb ihr Schicksal ungewiss. Als der Vater den Besitzer des Nähzentrums anzeigte, sei die Familie mit Drohungen und Einschüchterungen unter Druck gesetzt worden, die Anzeige zurückzunehmen. Erst auf gerichtliche Anweisung hin wurde intensiv nach der jungen Frau gesucht. Gefunden wurde sie schließlich in einer islamischen Religionsschule. Sie sei angeblich freiwillig zum Islam konvertiert. Als Beweis diene ein mit ihrem Daumenabdruck bestätigtes Dokument – die junge Christin ist laut CSI Analphabetin. Sie trägt inzwischen den Namen „Ayesha“. Vor Gericht erschien Faqir vollverschleiert und in Begleitung muslimischer Geistlicher sowie ebenfalls verhüllter Frauen. Der Richter habe ihr verboten, mit ihrer Familie zu sprechen. Unter dem Druck des Umfeldes habe sie erklärt, nicht zu ihrer Familie zurückkehren zu wollen. Vor ihrer Entführung habe die junge Frau nie davon gesprochen, zum Islam konvertieren zu wollen, so CSI. Das Hilfswerk hat den Fall von Beginn an begleitet und den Anwalt der Familie finanziert.
1.000 Mädchen jährlich betroffen
Nach Angaben des Werks werden in Pakistan jedes Jahr rund 1.000 Mädchen und junge Frauen Opfer von Entführung, Zwangskonversion und Zwangsverheiratung. Betroffen seien vor allem marginalisierte Gruppen. Christen gehörten als „Bürger zweiter Klasse“ dazu. CSI verwies auf einen ähnlich gelagerten Fall: Eine 38-jährige Christin namens Bibi sei auf vergleichbare Weise zwangskonvertiert und zwangsverheiratet worden, nachdem sie ein Dokument mit ihrem Daumenabdruck bestätigt habe – in dem Glauben, damit finanzielle Hilfe zu beantragen.
Fall bereits im britischen Parlament vorgestellt
Auf Bitten seiner pakistanischen Partner will CSI den Fall international bekanntmachen. Im Vereinigten Königreich habe dazu bereits eine Veranstaltung im britischen Parlament stattgefunden, wo die christliche Organisation den Fall vorgestellt habe. Nach diesem Vorbild will CSI nun auch den Bundestag in Deutschland zum Handeln bewegen.