09.09.2026

Deutschland: Kardinal: Möge der „Marsch für das Leben“ ein starkes Signal senden

Kirchenleiter würdigen die Demonstration und danken den Teilnehmern

Berlin (IDEA) – Führende Vertreter der römisch-katholischen Kirche und der Freikirchen unterstützen den „Marsch für das Leben“ am 19. September in Berlin und Köln. Sie schickten im Vorfeld Grußworte an den Veranstalter, den Bundesverband Lebensrecht (BVL/Berlin). Zu der Demonstration werden Tausende von Teilnehmern erwartet. Sie setzen laut dem Erzbischof von Köln, Rainer Maria Kardinal Woelki, gemeinsam ein Zeichen in einer Zeit, in der vieles relativiert und verhandelbar erscheine: „Das menschliche Leben ist unverfügbar – von seinem ersten Augenblick an bis zu seinem natürlichen Ende.“ Lebensschutz beginne nicht bei Resolutionen und Gesetzen, sondern im Herzen jedes Einzelnen. „Es geht darum, hinzusehen, wo andere wegschauen, die Stimme zu erheben, wo andere schweigen, und Verantwortung zu übernehmen, wo andere abwinken.“ Der Bundesverband Lebensrecht stehe für eine Kultur des Lebens, des Hinsehens und der konkreten Hilfe. Sein Anliegen sei, Frauen und Familien in Not nicht zu verurteilen, sondern ihnen Perspektiven und Unterstützung anzubieten. Die Teilnehmer des Marsches legten ein öffentliches Bekenntnis ab gegen Gleichgültigkeit und für eine Gesellschaft, in der jeder Mensch willkommen sei. Der Kardinal: „Möge dieser Marsch ein starkes Signal senden – in unsere Städte, in Politik und Gesellschaft, in unsere Gemeinden und nicht zuletzt in unsere eigenen Herzen.“

Weihbischof: Humanität zeigt sich im Umgang mit den Schwächsten

Der Weihbischof im Bistum Münster, Stefan Zekorn, dankte dem Bundesverband Lebensrecht anlässlich seines 25-jährigen Bestehens für dessen beharrlichen Einsatz, menschliches Leben zu schützen. Der Marsch erinnere daran, dass sich die Humanität einer Gesellschaft besonders darin erweist, wie sie den Schwächsten begegnet: den Ungeborenen, den Kranken, Menschen mit Einschränkungen und den Sterbenden. Der Diözesanadministrator des Bistums Eichstätt (Oberbayern), Alfred Rottler, äußerte sich besorgt, wie das Recht auf Leben „mehr und mehr ausgehöhlt wird und so die Grundlagen unserer Demokratie infrage gestellt werden“. Ein Diözesanadministrator ist ein Geistlicher, der nach katholischem Kirchenrecht ein Bistum übergangsweise leitet, wenn der Bischofssitz vakant ist.

Präses des BFP: Für die Wahrheit einstehen

Der Präses des Bundes Freikirchlicher Pfingstgemeinden (BFP), Pastor Friedhelm Holthuis (Wuppertal), schreibt in seinem Grußwort: „Als Ermutigung für die, die selbst nicht mutig genug sind, ihre Stimme zu erheben, aber auch als Stellvertreter für die, die selbst noch keine menschlich hörbare Stimme, sind wir aufgerufen, für die Wahrheit einzustehen. Gott befürworte Leben als Ganzes. Dabei sei es ihm unwichtig, „wie alt oder jung wir sind oder ob wir gerade erst auf dem Weg sind, geboren zu werden. Er liebt Menschen bedingungslos und jederzeit.“ Holthuis verwies auf Erhebungen, die zeigten, dass Schwangere sich oft dem Druck der Gesellschaft beugten, anstatt sich befähigen zu lassen, Chancen wahrzunehmen: „Was wäre, wenn wir Gottes Liebe proaktiv praktisch werden lassen und auf schwangere Frauen und Familien zugehen, um herauszufinden, was sie brauchen.“ Der BFP ist mit rund 83.000 Mitgliedern die größte deutsche Freikirche. An den Märschen für das Leben in Berlin und Köln hatten 2025 nach Angaben der Veranstalter 5.700 Personen teilgenommen.