09.10.2026
Algerien: Weitere Verhöre nach der Festnahme von 12 Christen im Westen Algeriens
IIRF-D/MEC/Tübingen, 09.10.2026 - Angesichts der sich verschärfenden Kampagne der Festnahmen und Ermittlungen gegen Christen im Westen Algeriens bitten Christen im Land um Gebet für 12 Christen – Frauen und Männer –, die am 4. September festgenommen, von der Polizei verhört wurden und denen wahrscheinlich Anklagen drohen.
Am 5. September wurde ein Ehepaar aus dieser Gruppe auf die Polizeiwache vorgeladen, um dort intensiven Verhören unterzogen zu werden. Sie blieben den ganzen Tag dort und wurden am folgenden Tag erneut vorgeladen, um die Ermittlungen abzuschließen. An den beiden folgenden Tagen wurden mehrere Christen und Ehepaare nach dem gleichen Muster verhört.
Eine Spezialeinheit der Polizei führte am 4. September mit einem Durchsuchungsbefehl eine Razzia in einer humanitären Einrichtung durch. Dabei beschlagnahmte sie christliche Literatur, Telefone, Personalausweise und andere Ausweisdokumente. Diese wurden seitdem nicht zurückgegeben. Den Betroffenen wurde mitgeteilt, dass Anklage gegen sie erhoben werde und sie vor Gericht erscheinen müssten. Ausgehend von ähnlichen Fällen werden die Anklagepunkte höchstwahrscheinlich „Durchführung nicht-muslimischer Gottesdienste ohne Genehmigung“, „Durchführung von Gottesdiensten an einem nicht zugelassenen Ort“ und/oder „Untergrabung des Glaubens von Muslimen“ umfassen. Im Falle einer Verurteilung drohen den Angeklagten Freiheitsstrafen von 2 bis 5 Jahren sowie hohe Geldstrafen.
Am 4. Oktober führte die Polizei eine weitere Durchsuchung derselben Einrichtung durch. Auch hier wurden Gegenstände beschlagnahmt und ein Christ bis spät in die Nacht zur Vernehmung festgehalten, anschließend jedoch wieder freigelassen.
Eine systematische Kampagne gegen protestantische Christen und Kirchen in Algerien, die Ende 2017 begann, verschärft sich weiter. Mit einer Ausnahme wurden alle 47 protestantischen Kirchen, die der EPA (Église Protestante d’Algérie – der Organisation, die die meisten protestantischen Kirchen in Algerien vertritt) angehören, entweder von den Behörden versiegelt oder zur Schließung gezwungen. Mehr als 50 Christen, insbesondere Gemeindeleiter, wurden wegen religionsbezogener Vorwürfe strafrechtlich verfolgt und mussten ihre Gemeinden aufgrund von Drohungen und Einschüchterungen schließen.
Algerische Christen bitten uns um Gebet:
• für die Gemeindemitglieder und ihre Familien, dass sie den Trost des Vaters und die Weisheit des Heiligen Geistes erfahren;
• dass gegen die Gemeindeleiter keine weiteren Gerichtsverfahren eingeleitet werden und dass sie freigesprochen werden, falls sie vor Gericht gestellt werden;
• dass algerische Gemeindeleiter angesichts der zunehmenden Herausforderungen für Gemeinden und einzelne Christen standhaft bleiben;
• dass die Kampagne der Regierung gegen Christen und andere betroffene Gemeinschaften ein Ende findet, damit sie in Frieden und Freiheit leben können.
Sie können diesen Gebetsanliegen auf der Website von MEC aufrufen, indem Sie hier klicken.