11.09.2026

Deutschland: Marsch für das Leben in Köln und Berlin

Zahlreiche Kirchenleiter rufen zur Teilnahme auf

Berlin/Köln (IDEA) – Zahlreiche führende Vertreter der Evangelikalen und der Kirchen in Deutschland haben ihre Unterstützung des „Marsches für das Leben“ bekundet. Das ergab eine IDEA-Umfrage. Sie rufen dazu auf, am 19. September in Berlin und Köln ein Zeichen für den Schutz des ungeborenen Lebens zu setzen. Der Marsch wird vom Bundesverband Lebensrecht (BVL) organisiert. Er erwartet Tausende Teilnehmer. Der Vorstand der Evangelischen Allianz in Deutschland (EAD), Reinhardt Schink (Bad Blankenburg/München), kündigte gegenüber der Evangelischen Nachrichtenagentur IDEA an, erneut am Marsch teilzunehmen. Ebenso würden viele mit der Allianz verbundene Verantwortungsträger dabei sein. In einer persönlichen Stellungnahme, die er zugleich als EAD-Vorstand abgab, erklärte Schink: „Wir sagen JA. JA zum Leben.“ Es gelte von der Zeugung bis zum Ende des Lebens. Das Leben stehe zudem nicht in menschlicher Verfügung, weil es „Gottes Schöpfungswunderwerk“ sei. Dieses Ja beinhalte darüber hinaus ein „klares NEIN zur Arroganz der Macht, die meint, über anderes Leben bestimmen zu können“. Zugleich schließe es die Unterstützung werdender Mütter und Väter in ethischen Konflikten ein, damit sie ihr Kind „im Leben willkommen heißen können“. Jesus Christus sei „der Liebhaber des Lebens“. Der Marsch für das Leben sei eine „fröhliche, lebensbejahende und hoffnungsvolle Zeitansage, dass nur das Leben eine Zukunft hat“.

Bund FeG: Ungeborene benötigen unsere Stimme

Der Präses des Bundes Freier evangelischer Gemeinden (FeG), Henrik Otto (Rieden/Allgäu), hat ein Grußwort an die Teilnehmer formuliert: Was die Welt in ihren Konflikten brauche, sei Vertrauen – auf Gott und zwischen den Menschen. Besonders in Schwangerschaftskonflikten brauchten Betroffene Menschen, die ihnen zuhörten und verlässlich zur Seite stünden. Ungeborene Kinder benötigten zugleich „unsere Stimme“, da sie selbst nicht für ihr Leben eintreten könnten. „Die Würde der Frau und die Würde ihres ungeborenen Kindes gehören zusammen.“ In den Auseinandersetzungen um den Paragrafen 218 (Abtreibungsverbot) und den Umgang mit Schwangerschaftskonflikten brauche es „Klarheit in der Sache und Respekt im Gespräch“. Glaubwürdig werde das Ja zum Leben, „wenn daraus konkrete Hilfe wächst“.

BEFG: Christen haben den Auftrag, sich für das Leben einzusetzen

Auch der Generalsekretär des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG), Maximilian Zimmermann (Elstal bei Berlin), äußerte sich zustimmend. Gott sei der Ursprung allen Lebens. „Deshalb ist es ein Auftrag an uns, uns für das Leben einzusetzen.“ Christen täten das auf unterschiedliche Weise, etwa im diakonischen Engagement, bei der Stiftung „Chance zum Leben“ des BEFG, die Schwangeren in schwierigen Lagen hilft, oder bei der PROVITA Stiftung, die sich für die Würde jedes menschlichen Lebens einsetzt. Er wünsche den Teilnehmern des Marsches, „dass es gelingt, ein Zeichen für den Schutz des von Gott geschenkten Lebens zu setzen“, so Zimmermann.

BeFTG: Abtreibung ist schwerwiegender Eingriff in die Schöpfungsordnung

Der Bund evangelischer Freikirchen (Taufgesinnte Gemeinden/BeFTG) unterstützt den Marsch ebenfalls. Bundesleiter Jakob Tissen (Porta Westfalica) erklärte auf IDEA-Anfrage, man begrüße die Aktion ausdrücklich und ermutige die Gemeinden zur Unterstützung. Der Bund sei überzeugt, dass Gott der Schöpfer des Lebens sei und menschliches Leben bereits im Mutterleib von ihm gewollt sei. Eine Abtreibung sei daher ein schwerwiegender Eingriff in „Gottes Schöpfungsordnung“ und die „Beendigung menschlichen Lebens“. Es besitze „unabhängig von Entwicklungsstand, Leistungsfähigkeit oder persönlichen Umständen einen von Gott gegebenen Wert“. Zugleich verwies Tissen darauf, dass den Seelsorgern des Bundes immer wieder Frauen begegneten, die nach einer Abtreibung mit „erheblichen persönlichen und psychischen Belastungen“ zu kämpfen hätten. Ihnen wolle man „mit Verständnis, Seelsorge und konkreter Unterstützung“ begegnen.

Orthodoxe Bischofskonferenz: Göttlicher Wert des Lebens

Der Vorsitzende der Orthodoxen Bischofskonferenz in Deutschland, Metropolit Augoustinos von Deutschland (Bonn), verwies in seinem Grußwort auf ein Psalmwort: „Er bat dich um Leben, also hast du es ihm gegeben“ (Ps 21,5). Das Geschenk des Lebens verliere in der heutigen Zeit zunehmend seinen „göttlichen Wert“ in der Gesellschaft, so der Metropolit. Es sei die gemeinsame Aufgabe aller Christen im Land, diese „Gottesgabe“ immer wieder in Erinnerung zu rufen. Dafür würden am 19. September wieder viele Menschen – auch aus der orthodoxen Kirche – in Berlin, Köln und anderswo eintreten. Zuvor hatten bereits unter anderen der Erzbischof von Köln, Rainer Maria Kardinal Woelki, und der Präses des Bundes Freikirchlicher Pfingstgemeinden (BFP), Friedhelm Holthuis (Wuppertal), Grußworte übermittelt.