14.09.2026

Deutschland: Bundesamt lehnt fast alle Kirchenasyl-Härtefälle ab

Nur drei von 402 Fällen wurden im ersten Halbjahr anerkannt

Nürnberg (IDEA) – Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) in Nürnberg hält an seinem Kurs beim Kirchenasyl fest. Im ersten Halbjahr 2026 führten lediglich drei von 402 geprüften Fällen zu einem sogenannten Selbsteintritt, mit dem sich Deutschland für das Asylverfahren zuständig erklärt und die Betroffenen im Land bleiben können. Die übrigen 399 Fälle wurden abgelehnt. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag hervor.

Zahl der Kirchenasyle sinkt insgesamt

Auch die Gesamtzahl der Kirchenasyle geht zurück. Im ersten Halbjahr 2026 wurden dem BAMF 605 Fälle mit sogenanntem Dublin-Bezug gemeldet, bei denen den Betroffenen die Abschiebung in ein anderes europäisches Land drohte. Hinzu kamen 14 Fälle ohne Dublin-Bezug, bei denen es um die Abschiebung in einen Drittstaat ging. Zum Vergleich: 2025 lag die Zahl der Kirchenasyle mit Dublin-Bezug bei 1.750, jene ohne bei 42. Kirchengemeinden gewähren Asylsuchenden Unterkunft, wenn sie humanitäre Härten erkennen, und setzen sich beim BAMF für eine nochmalige Prüfung des Falls ein. Die Praxis führte wiederholt zu Konflikten zwischen Kirchen und Staat.