15.09.2026
Deutschland: Bischof Wilmer ruft zu umfassendem Lebensschutz auf
Vorsitzender der Bischofskonferenz sendet Grußwort zum „Marsch für das Leben“
Bonn (IDEA) – Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Bischof Heiner Wilmer (Hildesheim), hat zu einem umfassenden Einsatz für den Schutz menschlichen Lebens aufgerufen. In seinem Grußwort zum „Marsch für das Leben“, der am 19. September in Berlin und Köln stattfindet, betont Wilmer, dass es eine grundlegende Aufgabe jeder Gesellschaft sei, „menschliches Leben in allen seinen Phasen zu achten, zu schützen und zu fördern“. Wilmer beruft sich in seinem Grußwort mehrfach auf Papst Leo XIV. Dieser habe betont, dass sich „die moralische Größe eines Landes vor allem in seiner Fähigkeit zeigt, das Leben aller, insbesondere der Schutzlosen und derer, deren Wert infrage gestellt wird, zu unterstützen, zu schützen und wertzuschätzen“. Gerade dort, wo Leben verletzlich sei, wo Menschen keine Stimme hätten oder ihr Existenzrecht infrage gestellt werde, zeige sich, wie ernst es eine Gesellschaft mit der Menschenwürde meine.
Menschen beim Lebensschutz nicht gegeneinander ausspielen
Der Einsatz für das Leben dürfe nicht bei einzelnen Fragen stehenbleiben, so der Bischof. Er zitiert Papst Leo XIV.: „Jemand, der sagt: ‚Ich bin gegen Abtreibung, aber ich bin für die Todesstrafe‘, ist nicht wirklich für das Leben.“ Wer für das Leben eintrete, müsse das Ganze im Blick behalten. Dazu gehörten der Schutz ungeborener Kinder ebenso wie die Sorge um kranke und alte Menschen, die Begleitung Sterbender, die Ablehnung der Todesstrafe, die Unterstützung von Menschen in Not sowie das Eintreten für Frieden und Versöhnung. Wilmer mahnt zur Wachsamkeit: Wer menschliches Leben schützen wolle, könne nicht gleichzeitig Menschen gegeneinander ausspielen, ausgrenzen oder ihre Würde relativieren. Christlicher Lebensschutz gelte jedem Menschen und kenne „weder eine Rangordnung menschlichen Lebens noch die Unterscheidung zwischen wertvollem und weniger wertvollem Leben“. Das christliche Ja zum Leben sei daher immer auch ein Ja zu einer solidarischen Gesellschaft. Eine Gesellschaft sei dann human, wenn sie „dem ungeborenen Leben Raum gibt, Lasten gemeinsam trägt und niemanden allein lässt“. Den Marsch organisiert der Bundesverband Lebensrecht (BVL). Er erwartet Tausende Teilnehmer.