15.09.2026
Deutschland: Syrische Christen wollen ihr religiöses und kulturelles Erbe erhalten
Der Verein „Forum Suryoyo“ lud Vertreter verschiedener Gruppen ein
Frankfurt am Main (IDEA) – Das religiöse und kulturelle Erbe der syrischen Christen soll trotz ihrer Zerstreuung in alle Welt erhalten bleiben. Dazu haben rund 90 Teilnehmer eines Treffens von Vertretern verschiedener syrisch-christlicher Gruppen in Frankfurt am Main aufgerufen. Organisiert hatte es der Verein „Forum Suryoyo“ (Frankfurt am Main). Der Name geht auf die Selbstbezeichnung vieler syrischer Christen als „Suryoye“ zurück. Das Oberhaupt der Syrisch-Orthodoxen Kirche, der Patriarch von Antiochien, Moran Mor Ignatius Aphrem II., lobte in einer Ansprache den Dialog zwischen den verschiedenen Gruppen innerhalb der syrischen Christenheit und rief zu seiner Fortsetzung auf. Die Kirche sei „eine Mutter, die ihre Kinder unabhängig von Herkunft oder gesellschaftlichem Status zusammenführt“. Das Treffen stand unter der Schirmherrschaft des Frankfurter Oberbürgermeisters Mike Josef (SPD). Der Politiker kam als Vierjähriger mit seinen Eltern aus Qamischli in Syrien nach Deutschland. Die aramäische Familie gehörte zur religiös verfolgten Minderheit in dem Land. Die Syrisch-Orthodoxe Kirche geht auf die im Jahr 37 nach Christus gegründete Gemeinde von Antiochien (heute Türkei) zurück und bewahrt die Muttersprache Jesu, das Aramäische. Sie gilt nach der Jerusalemer Urgemeinde als älteste Kirche und hat weltweit zwei Millionen Mitglieder. In Deutschland leben rund 100.000 in etwa 60 Gemeinden. Die Aramäer sind in der Syrisch-Orthodoxen Kirche und in der Syrisch-Katholischen, Syrisch-Maronitischen, Syrisch-Chaldäischen und der Apostolischen Kirche des Ostens zu Hause. In Deutschland sind rund 150.000 Aramäer beheimatet, in der EU insgesamt bis zu 300.000. Zu den syrischen Christen gehören Aramäer, Assyrer, Chaldäer und Maroniten.