15.10.2026
Großbritannien: Christliche Lehrerin nach Lebensschutz-Bekenntnis entlassen
Anita Meston verklagt ihre frühere Schule wegen Diskriminierung
Sunderland (IDEA) – Im englischen Sunderland ist eine Lehrerin entlassen worden, nachdem sie sich im Unterricht zum Lebensschutz bekannt hatte. Anita Meston klagt nun gegen ihren früheren Arbeitgeber, die Biddick Academy. Das berichtet die Menschenrechtsorganisation Alliance Defending Freedom International (ADF), die die 63-Jährige juristisch unterstützt. Eine Vorverhandlung vor dem Arbeitsgericht ist für den 16. Oktober angesetzt. Zum Hintergrund: Meston vertrat im März 2025 an der staatlichen Schule in Washington, einem Stadtteil von Sunderland im Nordosten des Landes, eine Geschichtsstunde über die Zerstörung Dresdens durch die britische Luftwaffe 1945. Als sie fragte, ob sich ähnliche moralische Fragen auch beim aktuellen Nahost-Konflikt stellten, kam es zu einem Austausch über persönliche Haltungen. Ein Schüler fragte im Laufe der Debatte, ob sie „pro-abortion“ (für Abtreibung) sei. Meston antwortete, sie sei „pro-life“ (für das Leben). Sie vertrete diese Überzeugung als Christin und kenne Frauen, die eine Abtreibung bereut hätten.
Schulleitung untersagte persönliche Meinungsäußerung
Am folgenden Tag wurde Meston laut ADF zum Schulleiter einbestellt. Dieser habe ihr mitgeteilt, dass eine Beschwerde eingegangen sei und es Lehrern nicht gestattet sei, persönliche Ansichten im Unterricht zu äußern. Er kündigte ihr den Vertrag. Meston ist seit 28 Jahren als Lehrerin tätig und arbeitete seit Oktober 2024 als Vollzeit-Vertretungslehrerin an der Schule. Ihr Vertrag war erst eine Woche vor dem Vorfall verlängert worden. Die Lehrerin zeigte sich erschüttert über die Entscheidung der Schule. Sie habe die Fragen der Schüler lediglich ehrlich beantwortet. Wenn der Anspruch des Bildungssystems weiterhin laute, Inklusion und Toleranz zu fördern, müsse diese Toleranz auch gegenüber Ansichten gelten, mit denen andere nicht einverstanden seien. Was ihr widerfahren sei, sei „nichts anderes als Zensur“. ADF-Rechtsanwalt Jeremiah Igunnubole (London) ergänzte, wenn Lehrer allein wegen Ansichten entlassen würden, die Schüler oder Kollegen nicht teilten, lerne die nächste Generation, dass unliebsame Meinungen unterdrückt werden könnten.
Zunehmende Einschränkungen für Lebensschützer in Großbritannien
Der Fall fügt sich laut ADF in eine Serie ähnlicher Vorfälle in Großbritannien ein. Das britische Gleichstellungsgesetz verbietet Diskriminierung aufgrund von „Religion oder Überzeugung“. Die Äußerung von Lebensrecht-Positionen fällt ADF zufolge auch darunter. Dennoch würden Personen mit solchen Überzeugungen im Vereinigten Königreich wiederholt benachteiligt. So wurde 2024 die schottische Hebammenstudentin Sara Spencer nach Lebensschutz-Kommentaren in einer privaten Facebook-Gruppe suspendiert. 2025 wurde ein schottischer Lehrer entlassen, weil er im Unterricht auf eine Schülerfrage hin entsprechende Überzeugungen geäußert hatte. Darüber hinaus unterstützt ADF mehrere Personen, die aufgrund der Einrichtung sogenannter „Zensurzonen“ vor Abtreibungskliniken verhaftet wurden. ADF unterstützt zudem den Straßenprediger und Pastor Dia Moodley aus Bristol, der zweimal verhaftet und ein weiteres Mal mit Verhaftung bedroht wurde, weil er öffentlich christliche Überzeugungen verkündigt hatte.