16.09.2026
Deutschland: Neues Institut für Demokratie und Islam will über Islamismus aufklären
Vorstandsvorsitzende von Indemis ist die Ethnologin Prof. Susanne Schröter
Frankfurt am Main (IDEA) – Ein neues Institut in Frankfurt am Main will liberale muslimische Stimmen hörbar machen und sich „entschieden mit allen Formen des Islamismus“ auseinandersetzen: So heißt es auf der Internetseite von „Indemis – Institut für Demokratie und Islam e. V.“. Vorstandsvorsitzende ist die emeritierte Ethnologin Prof. Susanne Schröter, die im November 2014 das „Frankfurter Forschungszentrum Globaler Islam“ an der Goethe-Universität gegründet hatte. Sie leitete es als Direktorin bis zu dessen Schließung am 30. September 2025. Schröter und das Zentrum waren heftigen Anfeindungen ausgesetzt. „Innerhalb der Universität hatten woke Professoren und Studenten ein Klima der Einschüchterung geschaffen, das ein weiteres Arbeiten zunehmend erschwerte“, schrieb die Professorin im September 2025 in einem Beitrag für die Evangelische Nachrichtenagentur IDEA. Islamismuskritik, kritische Migrationsforschung und Kritik an der Transideologie seien an Universitäten wegen „erheblicher Aggressionen“ kaum noch möglich.
Radikalen Formen des Islams Einhalt gebieten
Das neue Institut befasst sich nach eigenen Angaben nicht nur mit dem gewalttätigen Dschihadismus, sondern auch mit dem sogenannten legalistischen Islamismus. Er sei sehr viel schwerer als Gefahr für die Demokratie zu erkennen. Seine Akteure nähmen erfolgreich Einfluss auf Politik und Gesellschaft, verfolgten letztendlich aber eine freiheitsfeindliche Agenda. Indemis versuche, Wissensdefiziten mit einem Angebot fachlich fundierter Analysen entgegenzutreten. Deutschland sollte, so heißt es, als „moderne Einwanderungsgesellschaft“ radikalen Formen des Islams Einhalt gebieten und säkulare oder liberale Muslime stärken. Dafür benötigten Politik, Justiz, Medien, Bildungseinrichtungen und zivilgesellschaftliche Organisationen Kenntnisse. Indemis werde dieses auf Grundlagenforschung basierende Wissen in Form verschiedener Formate, Seminare, Konferenzen, Podiumsdiskussionen und Beratungen zur Verfügung stellen. Zu den Gründungsmitgliedern des Instituts gehören der Diplom-Psychologe Ahmad Mansour (Berlin) und der Bundesvorsitzende der Kurdischen Gemeinde Deutschlands, Ali Ertan Toprak (Berlin/Hamburg). Im Beirat sind unter anderen der Professor für Islamische Religionspädagogik an der Universität Münster, Mouhanad Khorchide, und der Migrationsforscher Ruud Koopmans (Berlin).