19.09.2026
Deutschland: Proteste vor Fahrt zum „Marsch für das Leben“
Bremen: St.-Martini-Gemeinde: Polizei sichert Abfahrt des Busses nach Berlin
Bremen (IDEA) – Vor der Abfahrt eines Busses der evangelischen St.-Martini-Gemeinde zum „Marsch für das Leben“ nach Berlin ist es am 19. September zu Protesten gekommen. Rund 40 Gegendemonstranten versammelten sich gegen 5.30 Uhr mit Plakaten vor der Kirche. Das berichtete der Bauherr (Kirchenvorsteher) der Gemeinde, Jürgen Fischer, der Evangelischen Nachrichtenagentur IDEA. Die Protestierenden hatten eine Kundgebung angemeldet und vom Ordnungsamt einen Platz direkt gegenüber der evangelischen Kirche zugewiesen bekommen.
Polizei sichert Abfahrt ab
Fischer äußerte sich lobend über den Einsatz der Beamten: „Die waren in diesem Jahr wirklich mit starken Kräften vor Ort und top organisiert – top geplant, top organisiert.“ Bereits vor fünf Uhr seien mehrere Mannschaftswagen präsent gewesen. Als der Bus eintraf, der die 50 Lebensrechtler nach Berlin bringen sollte, sei dieser sofort von den Polizisten abgesichert worden. So hätten die Teilnehmer ungestört einsteigen können. Zuvor hatten sie sich in der Gemeinde zu einer Andacht und zu gemeinsamem Gebet versammelt. Die Polizei eskortierte den Bus anschließend einige Kilometer. Mit den Beamten sei vereinbart worden, keine Gespräche mit den Demonstranten zu suchen, so Fischer: „Aufgabe war jetzt nicht, zu missionieren.“ Entscheidend sei gewesen, „die Sache ruhig zu halten, der Polizei die Arbeit nicht zu erschweren und dann einsteigen und fahren zu können“.
Gottesdienststörung bereits am Sonntag zuvor
Bereits am 13. September hatten sich laut Fischer während des Gottesdienstes 15 bis 20 Personen vor der Kirche versammelt und mit Lautsprechern Parolen in Richtung des Gotteshauses gerufen. Diese seien auch im Inneren während der Predigt zu hören gewesen. Vorstandsmitglieder hätten die Polizei gerufen, woraufhin sich die Protestierenden zurückgezogen hätten. Einige seien noch eine Zeit lang mit Plakaten vor der Kirche geblieben. In diesem Zusammenhang sei zur erneuten Kundgebung am 19. September aufgerufen worden. Im Vorfeld hätten bibeltreue Gemeinden – sowohl innerhalb der Landeskirche als auch in Freikirchen – für den „Marsch für das Leben“ und die Reise nach Berlin gebetet. Teilnehmer, die aus Angst vor Gegendemonstranten abgesagt hätten, seien Fischer nicht bekannt.
Eskalation im Vorjahr
Mitglieder der St.-Martini-Gemeinde fahren nach Angaben Fischers seit Jahren mit einem Bus zum „Marsch für das Leben“ nach Berlin. Die Proteste vor der Martinikirche hätten sich zuletzt gesteigert. Zunächst hätten nur zwei oder drei Personen mit Plakaten auf der Verkehrsinsel gestanden. „Und im letzten Jahr ist es dann komplett eskaliert.“ 2025 hatten rund 30 Linksradikale die Weiterfahrt des Busses mit etwa 50 Insassen blockiert. Sie riefen Parolen wie „Wir treten entgegen dem Marsch für das Leben“ und „Hätte Maria abgetrieben, wärt ihr uns erspart geblieben“. Die St.-Martini-Gemeinde und einige Mitfahrer erstatteten Anzeige. Die Staatsanwaltschaft stellte die Verfahren im Sommer jedoch ein.