19.10.2026
Nigeria: Eine „Frau mit Gewissen“- Nigerianische Christin geehrt
Die fünffache Mutter Rhoda Jatau war 19 Monate in Nigeria inhaftiert
Genf (IDEA) – Die Christin Rhoda Jatau aus Nigeria hat den „Shahbaz Bhatti Freedom Award 2026“ (Freiheitspreis) des „First Step Forums (FSF/Thun) erhalten. Die Ehrung fand am 16. Oktober in Genf statt. Das Forum würdigte den außergewöhnlichen Mut und die Standhaftigkeit der fünffachen Mutter. Jatau war 19 Monate lang inhaftiert, weil sie ein Video geteilt hatte, in dem Lynchjustiz verurteilt wurde. Die Behörden warfen ihr unter anderem „Anstacheln zu öffentlichem Aufruhr“ und „Gotteslästerung“ vor. Im Dezember 2023 kam sie auf Kaution frei. Ein Jahr später sprach ein Richter sie von allen Anklagepunkten frei. Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur IDEA hatten Jatau im November 2022 als „Gefangene des Monats“ benannt und dazu aufgerufen, sich für sie einzusetzen. Der Exekutivdirektor des FSF, Nationalrat Marc Jost (Evangelische Volkspartei), würdigte Jatau als eine Frau, die den „Geist des unerschrockenen Engagements, der stillen Stärke und des starken Glaubens verkörpert“. Sie habe nicht darum gebeten, eine Heldin zu sein. Sie wollte „einfach eine treue Mutter, eine gute Nachbarin und ein Mensch mit Gewissen sein“. Das Forum ehrt jedes Jahr eine Persönlichkeit, die sich mit unerschütterlichem Engagement für die Verteidigung der Religions- und Weltanschauungsfreiheit sowie weiterer Menschenrechte eingesetzt hat. Der Preis ist nach Shahbaz Bhatti (1968–2011) benannt, Pakistans erstem christlichen Bundesminister, der ermordet wurde, nachdem er die Blasphemiegesetze seines Landes kritisiert hatte. Das First Step Forum ist ein globales Netzwerk von Botschaftern, Parlamentsabgeordneten, Journalisten und ehemaligen Premierministern. Es will religiöse Freiheit und Frieden fördern durch diplomatisches Engagement und Dialog.