21.10.2026

Israel: Übergriffe auf Christen in Israel nehmen weiter zu

Vor allem in der Jerusalemer Altstadt werden Christen belästigt

Jerusalem (IDEA) – Die Zahl der Übergriffe auf Christen in Israel ist im dritten Quartal dieses Jahres erneut gestiegen. Das geht aus dem jüngsten Bericht des israelischen Religious Freedom Data Centers (RFDC/Jerusalem) hervor. Die Forschungsgruppe verzeichnete zwischen Juli und September 96 Vorfälle, bei denen insgesamt 106 „Belästigungshandlungen“ dokumentiert wurden. Die Differenz ergibt sich daraus, dass bei einem einzelnen Vorfall mehrere Übergriffsformen gleichzeitig auftreten können – etwa wenn ein Täter das Opfer zugleich beschimpft und anspuckt. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum hat sich die Zahl der Übergriffe mehr als verdreifacht. Im dritten Quartal 2025 hatte die Dokumentationsstelle 31 antichristliche Vorfälle in Israel registriert. Insgesamt lag die Zahl der Vorfälle im vergangenen Jahr bei 181. In diesem Jahr summieren sich die bislang erfassten Fälle bereits auf 233 und übersteigen damit den Vorjahreswert deutlich. Die mit Abstand häufigste Form der Belästigung war mit 73 Prozent das Anspucken – entweder von Christen selbst oder von deren Kirchen und Gebäuden. Weitere Handlungen waren verbale Gewalt (acht Prozent), körperliche Gewalt (fünf Prozent), das Werfen von Gegenständen (vier Prozent), Vandalismus (drei Prozent), Beschädigung von Beschilderungen (drei Prozent), Drohungen (ein Prozent) und weitere Attacken (drei Prozent). Ein Großteil (92 Prozent) der dokumentierten Vorfälle ereignete sich in Jerusalem – 88 Prozent davon in der Altstadt. Bereits im zweiten Quartal dieses Jahres meldete das RFDC insgesamt 63 antichristliche Angriffe. Das RFDC ordnet die Täter mutmaßlich meist ultraorthodoxen Juden zu. In einigen Fällen hätten Täter ihr Verhalten mit religiösen Geboten begründet. Die Dokumentationsstelle schätzt, dass sich jeden Monat Dutzende weitere Fälle ereignen, die nicht gemeldet oder dokumentiert werden. Deswegen ruft sie leitende Kirchenmitarbeiter, Gemeinden und Behörden dazu auf, die Vorfälle weiterzugeben.