21.10.2026
Pakistan: Zum Tode verurteilter Christ freigesprochen
Der Oberste Gerichtshof bestätigte aber das Todesurteil gegen seinen Bruder
Islamabad (IDEA) – Der Oberste Gerichtshof Pakistans hat einen zum Tode verurteilten Christen freigesprochen. Das teilte die christliche Organisation „International Christian Concern“ (ICC/Washington) mit. Es handelt sich um Amoon Ayub, der 2018 zusammen mit seinem Bruder Qaisar wegen Blasphemie gegen den islamischen Propheten Mohammed zum Tode verurteilt worden war. Sie betrieben gemeinsam eine Internetseite, auf der sie Mohammed angeblich beleidigt haben sollen. Beide bestreiten das. Ein islamischer Geistlicher hatte 2010 Anzeige erstattet. Danach versteckten sich die Brüder zunächst, wurden aber 2014 festgenommen. Nach Ansicht von Menschenrechtlern spricht vieles dafür, dass sie Opfer einer Intrige geworden sind. Der Oberste Gerichtshof Pakistans sprach Amoon Ayub am 7. Oktober mangels Beweisen frei, bestätigte aber das Todesurteil gegen Qaisar, der mit seiner Frau drei Kinder hat. Die Menschenrechtsorganisation CLAAS (Lahore), die sich für Opfer religiöser Verfolgung engagiert, hat sich von Anfang an für die Brüder eingesetzt. Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur IDEA hatten die beiden Brüder im April 2019 als „Gefangene des Monats“ benannt und dazu aufgerufen, in Briefen für deren Freilassung einzutreten. Der Direktor von CLAAS in Großbritannien (Southall bei London), Nasir Saeed, erklärte zur Entscheidung des Obersten Gerichtshofs: „Wir begrüßen den Freispruch von Amoon Ayub nach so vielen Jahren Haft, doch unsere Erleichterung wird von der erschütternden Nachricht überschattet, dass seinem Bruder Qaisar weiterhin die Todesstrafe droht.“ Keine Familie sollte so viele Jahre in der Angst vor einer möglichen Hinrichtung leben müssen, so Saeed. Von den rund 250 Millionen Einwohnern Pakistans sind 95 Prozent Muslime, zwei Prozent Christen und ein Prozent Hindus.