21.10.2026
Ukraine-Krieg: Bereits 17 Geistliche in diesem Jahr getötet
99 Todesopfer seit 2014
Kiew (IDEA) – Im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine sind in diesem Jahr mindestens 17 christliche Geistliche ums Leben gekommen. Das sind mehr als im gesamten Jahr 2025. Das geht aus Angaben der ökumenischen Gruppe „Christen gegen Krieg“ hervor. Demnach starben 2026 durch russischen Beschuss 13 ukrainische Geistliche und ein Messdiener. In einer gesonderten Statistik listet die Gruppe zudem vier getötete Ordensmänner und Priester der russisch-orthodoxen Kirche auf. Im vergangenen Jahr verloren laut der Initiative mindestens neun ukrainische und fünf russische Geistliche im Krieg ihr Leben. Die meisten Opfer waren in beiden Jahren orthodoxe Priester. Viele zogen als Militärgeistliche oder Soldaten in den Krieg, andere starben an ihrem Wohnort.
99 Todesopfer seit 2014
Insgesamt sind in der Ukraine durch russische Aggression seit 2014 mindestens 99 Geistliche, Ordensfrauen, Ministranten und andere Kirchenmitarbeiter gestorben. 2014 hatte Russland die Halbinsel Krim besetzt und annektiert. Auch der bewaffnete Konflikt im Donbass im Osten der Ukraine hatte 2014 begonnen. Die Angaben der Todesopfer stammen aus einer fortlaufend aktualisierten Liste, die die Initiative gemeinsam mit dem Projekt „Christmas Declaration“ erstellt. Sie erfasst den Stand vom 18. Oktober. Auf der Website werden die Namen der Opfer genannt sowie Porträtfotos und Lebensläufe veröffentlicht. Erfasst sind unter anderen Siebenten-Tags-Adventisten, Baptisten, Pfingstler, Mitglieder der Evangelischen Freikirche der Ukraine sowie Angehörige der Orthodoxen Kirche der Ukraine (OKU) und der Ukrainischen Orthodoxen Kirche (UOK). Unter den Opfern sind auch zwei Katholiken. Auf russischer Seite verzeichnet die Gruppe insgesamt 29 Todesopfer. Die Dokumentation erfasse nur einen Teil der Angriffe auf religiöse Personen, heißt es in der Liste. Dazu zählten Mord, Folter und gezielte Misshandlung. Viele Opfer seien nicht bereit, öffentlich über das Erlebte zu sprechen. Gründe dafür seien Scham, die eigene Gefährdung in den besetzten Gebieten oder die Angst um Angehörige. Für die dokumentierten Verbrechen muss die Russische Föderation nach dem humanitären Völkerrecht zur Verantwortung gezogen werden, fordert die Gruppe. „Christen gegen Krieg“ ist ein Projekt der ökumenischen belarussischen Gruppe „Christliche Vision“ (Vilnius/Litauen). Aktivisten dieser Gruppe gründeten es nach Beginn der russischen Großinvasion in die Ukraine im Februar 2022.