22.10.2026

Deutschland: ICEJ warnt vor „Flächenbrand“ bei Schülerprotesten am 31. Oktober

Internationale Christliche Botschaft Jerusalem ruft zum Gebet vor Rathäusern auf

Stuttgart (IDEA) – Der deutsche Zweig der Internationalen Christlichen Botschaft Jerusalem (ICEJ/Stuttgart) hat vor einem möglichen „Flächenbrand“ bei den für den 31. Oktober angekündigten Schülerprotesten in Deutschland gewarnt. Aus diesem Grund ruft zu einer bundesweiten Gebetsaktion auf. In Beiträgen in den Sozialen Medien würden Gewaltexzesse „nach französischem Vorbild“ angekündigt, sagte die Redaktionsleiterin der ICEJ, Karin Lorenz, der Evangelischen Nachrichtenagentur IDEA. Hintergrund der Warnung sind die Ausschreitungen in Frankreich, die am 17. und 18. Oktober eskallierten. Ausgangspunkt waren Schülerproteste in den Wochen zuvor, unter die sich dann vielerorts gewaltbereite Gruppen mischten. Nach Angaben des französischen Innenministeriums beteiligten sich landesweit 550.000 Menschen an den Protesten, die Organisatoren sprachen von rund 800.000 Demonstranten. Unter ihnen waren neben Schülern auch Studenten, Gewerkschafter, ehemalige Gelbwesten und Landwirte. Innenminister Laurent Nuñez machte organisierte linksextreme Gruppen für einen erheblichen Teil der Gewalt verantwortlich. In mehreren Städten wurden Rathäuser verwüstet. In der zentralfranzösischen Stadt Limoges wurde das mehr als 140 Jahre alte Rathaus in Brand gesetzt und sei „zum großen Teil verloren“. In Bordeaux stürmten Randalierer die offizielle Residenz der Präfektin des Départements Gironde; dort wurde sogar das Polizei-Sondereinsatzkommando Raid mobilisiert. Zahlreiche Geschäfte wurden geplündert. Der Vorsitzende des deutschen Zweigs der ICEJ, Gottfried Bühler, war nach eigenen Angaben während der Demonstrationen in Frankreich im Land. Ihm zufolge erlebten französische Juden die dortigen Ausschreitungen als „zutiefst existenzbedrohend“.

„Gen Z regelt“ kündigt Demonstrationen in 21 Städten an

Nach den Ereignissen in Frankreich tauchten in Sozialen Medien Aufrufe zu Schülerprotesten am 31. Oktober in Deutschland auf. Hinter der deutschen Protestbewegung steht die Initiative „Gen Z regelt“. Sie kündigt auf ihrer Internetseite Demonstrationen in insgesamt 21 Städten an. Nach Angaben der Initiative haben sich bislang deutschlandweit über 40.000 Menschen angemeldet. Zur Generation Z zählen in der Regel die zwischen 1995/1997 und 2010/2012 Geborenen. In ihrem Positionspapier fordert die Gruppe „eine Politik, die in Bildung, soziale Sicherheit, Gesundheit und bezahlbares Leben investiert“. Zudem bemängelt sie fehlende Perspektiven.

Warnung vor Linksradikalen und Islamisten

Die Zukunftsängste der jungen Generation nannte Lorenz gegenüber IDEA berechtigt. Zugleich warnte sie vor gewaltbereiten Linksradikalen, Islamisten und Propalästina-Aktivisten, die ebenfalls zum Protest am 31. Oktober aufriefen. Diese Gruppen bezeichneten die gewalttätigen Ausschreitungen in Frankreich ausdrücklich als Vorbild, so die ICEJ. Nach Einschätzung unter anderem des nordrhein-westfälischen Verfassungsschutzes mobilisieren auch Akteure aus dem linksextremen Spektrum und aus dem auslandsbezogenen Extremismus für die Proteste; das Spektrum reiche von Aufrufen zur Teilnahme bis zur Verbindung von linksextremistischer Symbolik mit Gewalthandlungen.

Gebet vor Rathäusern geplant

Die ICEJ Deutschland ruft für den 31. Oktober um 16 Uhr zu einem deutschlandweiten Gebet auf. Christen sollen vor das Rathaus ihrer Stadt gehen und „frei oder mit Hilfe der Psalmen für ihre Stadt und unsere Regierung“ beten. Das Gebet sei ausdrücklich keine politische Versammlung oder Demonstration. Die Verantwortung liege bei jedem Einzelnen. „Nehmen Sie keine Fahnen und Slogans mit, nur Ihre Bibel“, heißt es in dem Aufruf. Es soll besonders um „Gnade für Deutschland“ sowie für eine „neue Hinwendung zum Gott der Bibel“ und die junge Generation gebetet werden, ergänzte Bühler.