25.08.2026
Haiti: Massaker - Bandenmitglieder töten Flüchtlinge in einer Kirche
Insgesamt sollen mindestens 42 Menschen ums Leben gekommen sein
Port-au-Prince (IDEA) – Im Karibikstaat Haiti haben mutmaßlich Bandenmitglieder ein Massaker verübt. Dabei kamen Dutzende von Menschen ums Leben. Die Tat ereignete sich am Abend des 23. August in Kenscoff nahe der Hauptstadt Port-au-Prince. Medienberichten zufolge setzten die Täter Häuser in Brand und stürmten eine Kirche, wo Binnenflüchtlinge Zuflucht gesucht hatten. Bürgermeister Jean Massillon sprach von mindestens 42 Getöteten. In der Kirche hätten die Angreifer mehrere Menschen exekutiert. Massillon machte das Bandenbündnis Viv Ansanm, das seit Jahren die Menschen in Haiti terrorisiert, für die Tat verantwortlich. Banden kontrollieren rund 90 Prozent des Landes. Sie morden, vergewaltigen Frauen und rekrutieren Kinder. Laut den Vereinten Nationen wurden allein in den ersten fünf Monaten des Jahres 2.300 Menschen in dem Land getötet. Fast 1,5 Millionen der rund elf Millionen Einwohner seien auf der Flucht. Haiti leidet seit Jahren unter der Bandengewalt. Die Polizei schafft es nicht, für Sicherheit zu sorgen. Der letzte Präsident des Landes, Jovenel Moïse, wurde im Juli 2021 ermordet. Seither ist das Amt des Staatsoberhauptes vakant.