26.08.2026

Gazastreifen: Zahl der Christen hat sich seit 2023 halbiert

Laut dem örtlichen Pfarrer gibt es noch 541 Katholiken und Orthodoxe

Gaza/Rimini (IDEA) – Die Zahl der Christen im Gazastreifen ist im Zuge des Krieges zwischen der radikal-islamischen Terrororganisation Hamas und Israel deutlich zurückgegangen. Nach Angaben des dortigen katholischen Pfarrers Gabriel Romanelli leben dort noch 541 katholische und orthodoxe Christen. Vor dem 7. Oktober 2023 – an diesem Tag ereignete sich der Hamas-Angriff auf Israel, bei dem rund 1.200 Israelis getötet wurden (d. Red.) – seien es noch mehr als 1.100 gewesen. Romanelli war beim katholischen „Meeting für die Freundschaft unter den Völkern“ in Rimini (21. bis 26. August) per Video aus Gaza zugeschaltet. Wie das Nachrichtenportal „Vatican News“ berichtet, kamen laut Romanelli während des Krieges im Gazastreifen 60 Christen ums Leben. Zum Hintergrund: Ein Teil der christlichen Minderheit konnte im Laufe des Krieges mit Notvisa oder wegen ausländischer Staatsangehörigkeiten ausreisen.

Christen helfen auch Muslimen

Wie der Geistliche weiter sagte, hat sich die Lage seit dem sogenannten Waffenstillstand im Oktober 2025 zwar verbessert, doch im Stadtzentrum gebe es weiter Bombardierungen. Den 2,3 Millionen Einwohnern fehle es an praktisch allem. Viele Menschen lebten unter Stoffbahnen, auf Straßen oder in den Resten ihrer Häuser. Wasser müssten sie täglich neu suchen. Die katholische Gemeinde pumpe Wasser aus einer Zisterne unter ihrer Kirche und verteile es an mehr als 400 Familien, auch an die muslimische Nachbarschaft. Ein Generator versorge die katholische Schule, zwei Häuser der Schwestern von Mutter Teresa und eine Klinik, die das Lateinische Patriarchat gemeinsam mit dem Malteserorden eröffnet habe. Diesel koste derzeit etwa zehn Euro pro Liter. Von ehemals drei katholischen Schulen sei nur die kleine Pfarrschule geblieben. Nun wolle die Gemeinde, wenn es möglich sei, bis zu 1.000 Kinder aufnehmen. Romanelli: „Die muslimischen Kinder sind auch unsere Kinder.“ Hunderttausende Kinder hätten seit drei Jahren keine reguläre Schule mehr besucht.

Pfarrer: Es gab bei Christen nie den Wunsch nach Rache

Dem Geistlichen zufolge hat es in der christlichen Gemeinschaft nie den Wunsch nach Rache gegeben. Die katholische Gemeinde bete täglich um Vergebung und Frieden für alle. Romanelli: „Das letzte Wort ist nicht das Kreuz. Das Kreuz ist auch in unserem Leben ein notwendiges Wort; aber das endgültige Wort ist die Auferstehung. Und wir müssen dieses österliche Geheimnis im täglichen Leben erfahren.“