27.08.2026
Nepal und Tibet: „Viele Menschen haben alles verloren“
Christliche Hilfswerke helfen vor Ort
Kathmandu (IDEA) – Nach schweren Sturzfluten in Nepal und Tibet mit mindestens 353 Toten haben mehrere christliche Hilfsorganisationen Unterstützung für die Betroffenen zugesagt. Ein Mitarbeiter des Hilfswerks humedica (Kaufbeuren) sei bereits vor Ort und prüfe gemeinsam mit einer örtlichen Partnerorganisation den dringendsten Bedarf, teilte die Organisation mit. Nach aktuellem Stand seien besonders Hygieneartikel Mangelware. Ohne ausreichende Hygiene könne es zu bakteriellen Infektionskrankheiten wie Cholera kommen. Wasser- und Schlammmassen hatten am Vormittag des 26. August ganze Ortschaften verwüstet. Besonders betroffen ist nach Angaben von humedica die Bagmati-Provinz westlich der nepalesischen Hauptstadt Kathmandu. „Zu diesem Zeitpunkt des Monsuns hatte keiner von uns damit gerechnet, dass wir eine Sturzflut in diesem Ausmaß erleben würden“, sagte Thomas Meier, der für humedica in Nepal tätig ist. „Viele Menschen haben durch die Fluten innerhalb kürzester Zeit alles verloren.“ Jetzt bräuchten sie dringend Unterstützung. Nach Polizeiangaben aus dem Himalaya-Staat liegt die Zahl der Vermissten in Nepal und Tibet aktuell bei mehr als 1.300 Menschen, darunter auch Touristen. Nach Angaben der nationalen Tourismusorganisation Nepal Tourism Board gelten aktuell acht deutsche Staatsangehörige und eine Person aus der Schweiz als vermisst.
„Hoffnungszeichen“: Zerstörungen „verheerend“
Auch die Hilfsorganisation „Hoffnungszeichen“ (Konstanz am Bodensee) bereitet Maßnahmen vor. „Die Zerstörungen sind verheerend. Die Region ist nur noch sehr eingeschränkt erreichbar sowie zusätzlich von Sicherheitskräften abgeriegelt“, sagte der Erste Vorstand des Werks, Klaus Stieglitz, der Evangelischen Nachrichtenagentur IDEA. Nachrichten, wonach Leichen bereits bis zur indischen Grenze gespült worden seien, verdeutlichten, mit welcher Geschwindigkeit und Wucht die Sturzflut durch das Tal geschossen sei. Aktuell liefen Such- und Rettungsmaßnahmen. „Hoffnungszeichen“ selbst habe als Organisation nicht die Möglichkeiten, in einer solchen Akutphase tätig zu werden. Aber für die zweite Phase seien dann Hilfsmaßnahmen zur Versorgung mit sauberem Trinkwasser sowie Sanitärmaßnahmen zum Schutz vor Krankheiten geplant. „Dazu glaube ich an die Kraft des Gebetes. Ich freue mich, wenn ich höre, dass Menschen unseren Vater im Himmel um Beistand für die Betroffenen bitten“, sagte Stieglitz.
Diakonie Katastrophenhilfe unterstützt kirchliche Partner
Die Diakonie Katastrophenhilfe (Berlin) stellt finanzielle Mittel für Soforthilfe bereit. Das geht aus einer Mitteilung vom 27. August hervor. Empfänger sind demnach Partner des internationalen kirchlichen Netzwerks ACT Alliance. Nepal gelte als besonders katastrophenanfällig: Laut dem Anpassungsindex des Hilfswerks „Brot für die Welt“ drohten dem Land durch Hitzewellen, schwere Regenfälle, extreme Überschwemmungen, Erdrutsche und Gletscherseeausbrüche enorme Klimagefahren. Der Regionalleiter der Diakonie Katastrophenhilfe, Michael Frischmuth, forderte deshalb bessere Vorsorge: „Gerade in Zeiten des Klimawandels ändern und verschärfen sich die Risiken. Bedrohte Länder wie Nepal müssen darin unterstützt werden, sich auf solche Herausforderungen vorzubereiten.“ Von den rund 30 Millionen Einwohnern Nepals sind 65 Prozent Hindus, 14 Prozent Anhänger einheimischer Kulte, zwölf Prozent Buddhisten, fünf Prozent Christen und vier Prozent Muslime.