29.10.2026

Deutschland: Berliner Stadtmission startet mit neuen Kältebussen in den Winter

Nach Brandanschlägen: Drei Fahrzeuge wieder im Einsatz für Obdachlose

Berlin (IDEA) – Die Berliner Stadtmission schickt in diesem Winter wieder drei Kältebusse auf die Straßen der Hauptstadt. Nach Brandanschlägen auf die Fahrzeuge zum Jahreswechsel 2026 konnten dank zahlreicher Spenden zwei neue Kleintransporter angeschafft werden. Wie die Pressesprecherin der Berliner Stadtmission, Barbara Breuer, der Evangelischen Nachrichtenagentur IDEA bestätigte, starten die Busse am 1. November ihren Einsatz und sind bis März für Obdachlose unterwegs. Zum Hintergrund: Am 28. Dezember und am 1. Januar hatte ein 43-Jähriger Brandanschläge auf die drei Kältebusse verübt, bei denen zwei Fahrzeuge zerstört wurden. Laut Breuer traf die Stadtmission nach dem ersten Vorfall Sicherheitsvorkehrungen und beauftragte einen Sicherheitsdienst, der inzwischen ganztägig auf dem Gelände präsent ist. Ein Security-Mitarbeiter ertappte den Täter bei seinem zweiten Anschlag auf frischer Tat. Mitarbeiter des christlichen Werks und des Sicherheitsdienstes löschten das Feuer und übergaben den Mann der Polizei. Bei dem Täter handelt es sich um einen psychisch kranken Obdachlosen, der sich inzwischen in einer Psychiatrie befindet.

Solidarität nach den Anschlägen

Nach den Bränden hätten Menschen Busse zur Verfügung gestellt, Hilfe angeboten und gespendet, heißt es in einer Mitteilung zum Saisonbeginn. Bereits am Tag nach dem zweiten Anschlag habe festgestanden, dass die nächtlichen Fahrten mit Leihbussen fortgesetzt werden konnten. Die Initiatorin des Kältebusses und Leiterin des Fachbereiches Wohnungslosenhilfe, Karen Holzinger, zeigte sich darüber dankbar. Die beiden neu angeschafften Kleintransporter seien mit elektrischen Hebebühnen ausgestattet, damit auch mobilitätseingeschränkte Menschen befördert werden könnten. Für die kommende Kältehilfesaison wünscht sich Holzinger: „Dass Gottes Geist uns so lenkt, dass wir dorthin fahren, wo Menschen auf uns angewiesen sind und wir so dazu beitragen können, dass niemand in dieser Stadt in diesem Winter erfrieren muss.“ Rund 60 Ehrenamtliche und zwei hauptamtliche Mitarbeiter ermöglichen den Einsatz der Kältebusse. Seit 1994 fahren sie mit Schlafsäcken, heißem Tee und Suppe von Anfang November bis Ende März zu Menschen, die auf der Straße leben. Ihr Ziel ist es, Obdachlose in Notunterkünfte zu bringen, um sie vor dem Kältetod zu bewahren. Dafür stehen der Stadtmission 225 Notübernachtungsplätze zur Verfügung. Nach eigenen Angaben hatten ihre Mitarbeiter während der vergangenen Winterzeit Kontakt zu 3.783 obdachlosen Menschen. 1.784 von ihnen seien in eine warme und sichere Bleibe gebracht worden. Die Arbeit des Kältebus-Teams sowie die Fahrzeuge werden komplett aus Spenden finanziert.