30.09.2026

Deutschland: Anklage gegen 16-Jährigen wegen geplanten Brandanschlags auf Kirche

Jugendlicher aus Hamm soll den IS unterstützt und Anschlag vorbereitet haben

Düsseldorf (IDEA) – Die Zentralstelle Terrorismusverfolgung Nordrhein-Westfalen (ZenTer NRW) bei der Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf hat Anklage gegen einen 16-jährigen Jugendlichen aus Hamm erhoben. Ihm wird unter anderem vorgeworfen, einen Brandanschlag auf eine Kirche in Hamm geplant und die ausländische terroristische Vereinigung „Islamischer Staat“ („IS“) unterstützt zu haben. Das teilte die Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf am 29. September mit. Die Anklage wurde bereits am 3. September beim Staatsschutzsenat des Oberlandesgerichts Düsseldorf erhoben. Nach einem Bericht der „Bild“-Zeitung im Juli handelt es sich bei dem geplanten Anschlagsziel um die unabhängige christliche Gemeinde „Apostolic International Centre“ in Hamm. Der Beschuldigte wurde am 2. April festgenommen.

Kontakt zu IS-Mitglied über Messengerdienst

Bereits im Juli hatte die Sprecherin der Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf, Alexandra Wiese, gegenüber der Evangelischen Nachrichtenagentur IDEA bestätigt, dass sich der in Deutschland geborene Beschuldigte seit März 2023 über das Internet radikalisiert habe. Laut aktueller Mitteilung steht der Angeschuldigte im Verdacht, zwischen Mai und Oktober 2024 über einen Messengerdienst in Kontakt mit einem Mitglied des „IS“ gestanden zu haben. Dabei soll er angegeben haben, ins „IS“-Gebiet ausreisen zu wollen, um sich in den „Jihad“ zu begeben. Zwischen Oktober 2025 und März 2026 soll sich der Jugendliche zudem mit einer weiteren Person über mögliche Anschlagsszenarien ausgetauscht und sich zu einem Brandanschlag auf die Kirche in Hamm bereit erklärt haben. Hierzu habe er konkrete Instruktionen zum Ausspähen des Kirchengebäudes erhalten und diese teilweise umgesetzt – unter anderem durch den Erwerb einer Drohne. Dem 16-Jährigen wird darüber hinaus zur Last gelegt, zwischen August 2025 und März 2026 in fünf Fällen Beiträge in sozialen Medien veröffentlicht zu haben, die mit Anashid – islamischen Gesängen, die von den Medienstellen des „IS“ verwendet werden – unterlegt waren. Im März 2026 soll er zudem versucht haben, mittels Silvesterraketen einen Hochsitz zur Explosion zu bringen.

Unterbringung in psychiatrischem Krankenhaus

Ein fachpsychiatrisches Gutachten hat laut Generalstaatsanwaltschaft ergeben, dass der Beschuldigte zum Tatzeitpunkt aufgrund einer psychischen Erkrankung in seiner Einsichtsfähigkeit erheblich eingeschränkt war. Er befindet sich derzeit auf Grundlage eines Unterbringungsbefehls in einem psychiatrischen Krankenhaus. Die Unterstützung einer ausländischen terroristischen Vereinigung ist für Erwachsene mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren bedroht. Für die Verabredung zu einer schweren Brandstiftung droht Erwachsenen eine Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu 15 Jahren. Das Jugendgerichtsgesetz sieht als Höchstmaß eine Jugendstrafe von zehn Jahren vor. Das Oberlandesgericht Düsseldorf muss nun darüber entscheiden, ob die Anklage zur Hauptverhandlung zugelassen wird.