30.10.2026
Deutschland: Hundert Briefe gegen das Vergessen
(IDEA) Ein Bibelwort ließ Samuel Hans Queck nicht mehr los. Seitdem setzt sich der 92-Jährige aus Metzingen bei Tübingen für Christen ein, die wegen ihres Glaubens im Gefängnis sitzen. Inzwischen hat er seinen hundertsten Brief an unterschiedliche Botschaften und Konsulate geschrieben. Ein Bericht von IDEA-Redakteur Philipp Graß
Brief um Brief schickt Samuel Hans Queck an Botschaften und Konsulate in Deutschland. Darin bittet er um die Freilassung von inhaftierten Christen. Was ihn mit ihnen verbindet, ist der Glaube an Jesus Christus. Für diesen Glauben sitzen sie im Gefängnis. Der 92-Jährige will dazu beitragen, dass sich das ändert.
„Was ihr getan habt …“
Den Anstoß gab ein Bibelvers, erzählt der Rentner. In Matthäus 25,40 sagt Jesus: „Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.“ Seitdem ist für Queck klar: „Wer Jesus liebt, darf die verfolgten Christen nicht vergessen.“ Er schäme sich nicht, seinen Glauben und seine Liebe zu den gefangenen Mitchristen „vor weltlichen Instanzen offen zu bekennen“. Nach dem hundertsten Brief habe er einen tiefen geistlichen Frieden verspürt. Aufhören will der Senior, der heute in einem Altenheim lebt, trotzdem nicht, „weil die Verfolgung nicht aufhört, sondern weltweit zunimmt“. Auch Gott vergesse die Seinen nicht. Orientierung gibt ihm die IDEA-Berichterstattung über den „Gefangenen des Monats“ (. Seit rund 25 Jahren benennen IDEA und die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) monatlich einen Christen – beispielhaft für Tausende weltweit, die aus Glaubensgründen hinter Gittern sitzen. Verbunden damit die Bitte, in Briefen an die jeweiligen Staatsoberhäupter darauf zu drängen, sich für die Freilassung der Genannten einzusetzen.
Leerstelle in den Fürbitten
Queck leidet darunter, dass verfolgte Christen in kirchlichen Abkündigungen und Fürbittgebeten oft nicht vorkommen. Er ruft alle Christen auf, ihre verfolgten Geschwister zu lieben wie sich selbst und sich für sie einzusetzen. Den Verfolgten gilt nach seinen Worten sogar eine besondere Verheißung. Er verweist dabei auf die Seligpreisung in Matthäus 5,10: „Selig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihrer ist das Himmelreich.“
Antworten auf seine Briefe hat Queck bisher nicht bekommen. Wie es den Gefangenen weiter ergeht, erfährt er aus den IDEA-Berichten. Den Verantwortlichen in den Konsulaten, ob sie nun seine Briefe oder diesen Bericht lesen, sagt er klar: „Vor Gott, dem Höchsten, sind alle Menschen gleich würdig.“ Es stehe ihnen nicht zu, Christen allein wegen ihres Glaubens unrechtmäßig zu verurteilen.