02.07.2020

China: 500 Kreuze von Kirchen abgerissen

Chinas Kommunisten setzen ihren Feldzug gegen christliche Kirchen fort.

(pro) Seit April sollen in der Provinz Anhui, in der Nähe von Shanghai, mehr als 500 Kreuze von Kirchen entfernt worden sein.

Nach Angaben des asiatischen katholischen Pressedienstes UCANews haben die Behörden in China seit April mehr als 500 Kreuze von Kirchengebäuden und öffentlichen Plätzen entfernt. Vor allem in der Provinz Anhui nahe Shanghai werde gegen die Kirchen vorgegangen. So seien in der Stadt Suizhou zum Beispiel alle Kreuze aus der Öffentlichkeit verschwunden bis auf eines, das schon Jahrhunderte alt sei.

Weder die regierungstreue Katholisch-Patriotische Vereinigung noch die Bischöfe hätten aus Angst vor der Regierung beim Abriss der Kreuze Widerstand geleistet, berichtete der protestantische Prediger Paul Lee der Nachrichtenagentur. Ein katholischer Gemeindepriester habe den Bischof von Anhui, Liu Xinhong, über den geplanten Abriss des Kreuzes von seiner Kirche unterrichtet. Der Bischof habe jedoch lediglich erklärt, dass vom Abriss Fotos gemacht werden sollten und man sich nicht gegen die Behörden stellen könne.

Mit dem Abreißen von Kreuzen begann China bereits im Jahr 2018. In Anhuis Nachbarprovinzen Zhejiang, Henan, Hebei und Guizhou seien seitdem Tausende Kreuze zerstört worden, weil sie angeblich gegen Stadtplanungsgesetze verstießen.

Christen systematisch bedrängt

Auch Foxnews und die Christian Post berichten von Chinas Vorgehen gegen Christen. So seien im März Kreuze in mehreren Provinzen mit der Begründung entfernt worden, sie dürften nicht höher als die chinesische Nationalflagge hängen.

Der Leiter des christlichen Hilfswerks Open Doors, Markus Rode, berichtete im Interview Anfang des Jahres ebenfalls davon, dass China die Zahl der Christen im Land klein halten wolle. Staatspräsident Xi Jinping verfolge eine sogenannte „Sinisierung“, was die Anpassung an die chinesische Kultur bedeutet. Neben dem Abreißen und Abhängen von Kreuzen liefen in Kirchen zum Beispiel Überwachungskameras und Kindern und Jugendlichen werde verboten, an christlichen Veranstaltungen teilzunehmen.

Die Corona-Pandemie nutzt das Land zudem dazu, Religionsgemeinschaften wie Christen zu diffamieren. Bewegungsprofile von Gläubigen würden erstellt und Internetauftritte von Hauskirchen systematisch von Zensurbehörden geahndet.

Von: Swanhild Zacharias aus Christliches Medienmagazin pro