02.09.2020

Deutschland: Gemeinsam gegen Antiziganismus und Rassismus

Spitzentreffen zwischen EKD sowie Sinti und Roma

Heidelberg (idea) – Erstmals haben sich Vertreter von Spitzengremien der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der Sinti und Roma zu offiziellen Gesprächen getroffen. Am 1. September kamen Mitglieder des Rates der EKD und des Zentralrates Deutscher Sinti und Roma in Heidelberg zusammen. Dabei wandten sich beide Seiten gegen Antiziganismus sowie jegliche Form von Rassismus und Menschenverachtung. Der EKD-Ratsvorsitzende, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm (München), erklärte: „Bis heute sind Sinti und Roma mit Vorurteilen und Diskriminierungen konfrontiert. In den Bemühungen, solchen Antiziganismus zu überwinden, stehen wir an ihrer Seite.“ Ein wichtiger Aspekt dabei sei „die viel deutlichere Wahrnehmung von Sinti und Roma als Bürger*innen unseres Landes, die jeden Tag ihren Beitrag zum Gedeihen unseres Gemeinwesens leisten.“ Der Vorsitzende des Zentralrates Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose (Heidelberg), würdigte, dass die EKD „den seit Jahrhunderten tief in unserer Gesellschaft verankerten Antiziganismus thematisiert und bekämpft“. Sie stärke zugleich das Bewusstsein in Kirche und Gesellschaft über den Holocaust an 500.000 ermordeten Sinti und Roma während der nationalsozialistischen Herrschaft in Europa. Die Vertreter von EKD und Zentralrat vereinbarten, die Zusammenarbeit in den Bereichen Bildung, Medien und Erinnerungsarbeit zu vertiefen. Ziel sei es, über die Geschichte von Sinti und Roma und ihre Anerkennung als nationale Minderheit sowie über die Ursachen und Auswirkungen von Antiziganismus aufzuklären. Zur elfköpfigen Delegation des Rates der EKD gehörten die Präses der EKD-Synode, Irmgard Schwaetzer, der Bevollmächtigte des Rates der EKD bei der Bundesrepublik Deutschland und der EU, Prälat Martin Dutzmann (beide Berlin), sowie der hessen-nassauische Kirchenpräsident Volker Jung (Darmstadt). Die Begegnung fand im Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma statt. Zu dieser Volksgruppe gehören in Deutschland rund 70.000 Bürger.